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Mit Jan Ruess um die Welt: Eine Abschiedsreise (Teil 3)

Hier ist nun der dritte und letzte Teil von Jans Weltreise. Die ursprüngliche Veröffentlichung war auch dieses Mal im  InsiDe Blog.

Teil 3

Hallo und willkommen zum letzten Teil meines Reiseberichts, diesmal mit weniger Magic, dafür aber einer Menge Kuriositäten.

In Thailand blieben wir drei Wochen, die meiste Zeit davon im Süden des Landes an diversen Stränden sowohl auf dem Festland als auch auf richtig schönen Inseln.

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Obwohl es nicht immer ganz einfach war, zu diesen Orten zu gelangen. (Note: Dass ich nach dem Training bei der DM gegen Wesimo verloren habe, sollte Beweis genug sein, dass die Strecke eindeutig UNFAIR vermessen war!)

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Offiziell war zu diesem Zeitpunkt in Thailand schon Regenzeit und ab und zu gab es auch mal einen ordentlich Tropical Storm aber wir konnten dem Lightning Bolt stets ausweichen und haben so nie Schaden bekommen. Das war zwar immer heftig aber auch schnell wieder vorbei.
Von Bangkok aus machten wir einen zweitägigen Abstecher in die Jungles von Kambodscha, um uns dort die Tempel von Angkor Wat anzugucken.

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Danach flogen wir von Bangkok nach Delhi. Ich sag euch, Delhi ist vielleicht mal eine Scheiß-Stadt! In meinem persönlichen Städte-Ranking klar der letzte Platz, Konkurrenz machen da nur ein paar andere indische Städte, die wir später noch besuchten. Wenn man vom Flughafen zum Hauptbahnhof durch die Stadt fährt, sieht man überall nur Schuttberge, Baustellen, Müllhalden, Kloaken, Menschmassen, Autos, Wracks und mal wieder Dreck, Dreck, Dreck! Und dann der Verkehr! Auf ein Fahrrad hätte ich mich da nicht getraut. Das reine Chaos! Jeden Tag gibt es allein in Delhi eine zweistellige Anzahl Verkehrstote. Kein Wunder, denn die typische Reaktion eines indischen Fahrers auf eine gefährliche Situation ist nicht etwa Abbremsen, sonder Hupen. Hupen tun sowieso dauernd alle, dafür brauch man anscheinend gar keinen Grund. Ein Auto ohne Hupe wird in Indien nicht als fahrtauglich angesehen. Das führt natürlich zu einer durchgehenden enormen Lautstärke, aber die Inder sind das wohl gewohnt und stören sich nicht dran.
Der bescheuertste Stau, den ich je gesehen habe, entstand dadurch, dass in einer Straße in beiden Richtungen die Leute auf beiden Seiten gefahren sind und sich total verkeilt haben. Des Resultat war ein Hupkonzert ohnegleichen. Wahrscheinlich stehen die da immer noch...

Da uns Delhi nicht ganz so gut gefiel, beschlossen wir, uns direkt zum Bahnhof zu begeben und uns einen Zug Richtung Agra zu suchen. Das gestaltete sich jedoch schwieriger als erwartet. Der Bahnhof war vollkommen überfüllt, vor einer Reihe Schaltern jeweils lange Schlangen.
So eine Schlange in Indien muss man sich ungefähr so vorstellen: man nehme eine Schlange mit entsprechend vielen Menschen in Deutschland und schiebe von hinten so lange bis die Leute in der Mitte die Füße hochheben können ohne umzufallen. Trotzdem versucht ständig jemand, sich vorne reinzudrängeln, was zu erbitterten Kämpfen führt. Nachdem ich mich eine volle Stunde durch die Massen gekämpft (!) hatte, war dann das einzige was ich hatte ein unverständliches Formular für einen Antrag auf ein Ticket, dass ich dann eventuell in paar Tagen bekommen könnte. Great! In Indien gibt es einfach zu viele Menschen, da reichen selbst die Züge nicht mehr!

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Wir begaben uns demnach zu einem Touristenbüro und buchten einen einwöchigen Rundtrip durch Rajastan inklusive aller Zugtickets und Hotels. Richtiges Backpacken war ja hier anscheinend nicht möglich. Immerhin bekamen wir so einen guten Preis für jeweils so ziemlich das teuerste Hotel in der Stadt. Und auch wenn ich sonst eher ein Kunde für die billigen Absteigen bin, war ich in Indien doch ganz froh darüber, vernünftige Hotels zu haben, denn die hygienischen Bedingungen sind einfach unter aller Sau. Ständig sieht man Leute überall hin scheißen, die kennen da nichts! Und auch jeglicher Abfall wir einfach überall hin geworfen. In dem daraus entstehendem Matsch laufen dann alle mit Flip Flops rum... Man fragt sich wieso da eigentlich nicht ständig Seuchen ausbrechen. Ich selbst hab Indien zum Glück gesund überstanden, meinen Bruder hat es allerdings so hart erwischt, dass er danach zurück nach Deutschland flog und nicht mehr mit nach Nepal kam.

Allerdings gibt es auch schöne Orte in Indien. Mitten in Agra, einer nach indischen Verhältnissen kleinen (1 Mio Einwohner) Stadt, die genau so runtergekommen ist wie Delhi, steht dann plötzlich das Taj Mahal und das ist wirklich mal beeindruckend und richtig schön!

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Schade nur, dass man jedes mal einen Schaden bekommt, wenn man es benutzt - der Eintritt ist schon recht saftig!
Generell sind alle Orte, die mehr auf Touristen ausgelegt sind, etwas angenehmer. Zwar wird man ständig von irgendjemandem belästigt, der einem was verkaufen will, dafür ist alles etwas gepflegter. Zum Beispiel die heilige Stadt Pushkar, in der es aus religiösen Gründen weder Fleisch, noch Eier, noch Alkohol gibt. Und die berühmten indischen Elefanten möchte ich Euch natürlich auch nicht vorenthalten.

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Insgesamt war Indien jedenfalls ein Erlebnis, wenn auch keines, was ich oft haben möchte.

Im Anschluß fuhr ich dann allein nach Nepal, welches ja bekanntlich nur aus Himalaya, also Bergen besteht. Im Juli ist zwar eigentlich Monsoon-Zeit, aber ich hatte das Glück, vom Wettergott schönes Wetter beschert zu bekommen. Das brachte dann auch wunderschöne Aussichten mit sich:

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Über ... äh ... IN den Wolken ...

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Eines der vielen Nachtlager auf meiner Reise

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Von wegen ausgestorben!

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Rushing River: Oben schon recht ansehnlich, unten hat wohl jemand den Kicker bezahlt, am vorigen Tag war das noch der Weg!

Eigentlich wollte ich eine siebentägige Trekking-Tour machen, aber die Busfahrt von Kathmandu zum Startpunkt war so grauenvoll - 117 km in 13 ½ Stunden, pure Folter in einem für Europäer viel zu kleinem und dazu völlig überfüllten Kleinbus auf Straßen, die diesen Namen echt nicht verdient haben - dass ich kurzerhand beschloss zu Fuß über die Berge zurück zu gehen. Für diese Tour waren eigentlich 14 Tage vorgesehen, aber ich machte sie in acht. So hatte ich am Ende in Kathmandu noch ein paar Tage Zeit zum Relaxen. Dort gibt es jede Menge Tempel, teilweise mit aggressiven Affen, die einem alles klauen, was man nicht festhält, besonders gerne auch die Opfergaben.

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Der Verkehr ist fast so schlimm wie in Indien und die Leute schmeißen auch hier ihren Müll überall hin. Besonders zu leiden hat darunter ihr heiliger Fluss, der ist echt ziemlich eklig. Das liegt auch mit daran, dass in Nepal die Toten nicht begraben werden, sondern feierlich verbrannt und dann dem heiligen Fluss übergeben werden. Und da manche Leute zu arm sind, um sich genügend teures Brennholz für eine vollständige Verbrennung zu leisten...

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Wie dieser Fluss noch eine reinigende Wirkung haben soll versteht echt keiner!

Nach insgesamt zehn Wochen ging meine Reise dann zuende und ich flog um viele Erfahrungen und Erlebnisse reicher wieder zurück nach Hause. Eine der wichtigsten Erkenntnisse:

Wie cool ist eigentlich Deutschland im Vergleich zu großen Teilen der restlichen Welt?!!!!!

Für mich geht die Zeit der vielen Magic-Reisen jetzt ihrem Ende zu, denn obwohl ich noch weiterhin "on the train" bin, werde ich in naher Zukunft einen Job beginnen, der mir die Zeit dafür nicht mehr lässt. Ich kann aber sagen dass ich die Gelegenheiten, die ich hatte, voll ausgenutzt habe, zum Beispiel mit Trips wie dem hier beschriebenen.
Euch will ich zum Schluss noch raten, die Gelegenheit was ähnliches zu tun zu suchen und wenn sie kommt zu nutzen. Reisen ist super, Magic ist super, zusammen sind sie unschlagbar!

Ein dickes Danke an das Team vom Magickartenmarkt für die gute Zusammenarbeit!

Good Luck and have fun!

Euer Jan

Jan Ruess



Artikel:

ximpulse2k - 05.11.10 - 08:23


Mitglied seit
28.08.05

Gästebuch 
Sehr nice, da meine Freundin extremer Bollywood Fan ist...und super gerne nach Indien will, hab ich mir aufgrund der aussagekräftigen Passagen nicht verkneifen können, ihr den Link zum Artikel zu schicken :D
Das hat Ihren Wunsch etwas relativiert :D
Spell89 - 05.11.10 - 23:09

inaktiv

Gästebuch 
Alle 3 Artikel haben mich echt gut gefallen. Daduch hat man einen guten Einblick bekommen was man mit Magic und Reisen so alles erleben kann. Super Bericht.
McOh - 07.11.10 - 09:31

Mitglied seit
16.07.03

Gästebuch 
Tolle Artikel! Hat richtig Spaß gemacht, die drei Artikel zu lesen :-)



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