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Grand Prix Bilb(a)o - Judge Report

Nach etwas längerer Pause war es für mich mal wieder Zeit, einen Grand Prix als Schiedsrichter zu betreuen. Ich hatte mich seit dem GP Leipzig zwar auf fast jeden europäischen Grand Prix beworben, doch wurde nicht genommen (kann daran gelegen haben, dass ich immer gesagt habe, ich würde nur kommen, wenn Wizards mir Flug UND Hotel erstattet J). Für den Grand Prix in Bilbao, Spanien, habe ich mich auf eine „partial sponsorship“ (Flugkosten übernehme ich selber, das Hotel bezahlt Wizards) beworben und wurde angenommen. Da ich plane, so bald wie möglich den Level-3-Schiedsrichtertest zu absolvieren, freute ich mich über eine weitere Möglichkeit, internationale Erfahrung zu sammeln.

Freitag - Tag 0

Am Freitag flog ich also von Berlin über Mailand nach Bilbao und kam dort gegen halb sechs abends an. Im Hotel (5 Sterne, „Carlton“) traf ich schon an der Rezeption bekannte Gesichter: Justus Rönnau, deutscher Level 3 und Head Judge für diesen Grand Prix, stand mit den Kartenhändlern von Troll and Toad Europe dort. Zusammen mit dieser Gruppe fuhr ich zur Location und wir halfen den Männern von Wizards beim Aufbau. Nachdem weitere Schiedsrichter nach und nach eintrudelten, gingen wir zusammen essen und danach recht früh zurück ins Hotel. Wenig später traf mein Zimmergenosse ein - David Vogin, Level 4 aus Paris, den ich bereits vom GP Paris und von den französischen Vintage-Meisterschaften kenne. . Ich ging direkt ins Bett, denn ich wollte vor den beiden anstrengenden Grand-Prix-Tagen etwas Schlaf bunkern.

Samstag - Tag 1

Nach dem Frühstück, das so gut war, wie ich es von einem 5-Sterne-Hotel erwartete, ging es zur Site. Dort angekommen, half ich bei der Anmeldung der Spieler. Am Freitagabend hatten sich schon 450 Spieler vorangemeldet, wir rechneten also insgesamt mit etwas weniger als 800 Spielern. Die Erwartungen wurden übertroffen, insgesamt meldeten sich am Samstagmorgen 936 Spieler für den Grand Prix an. Um die Menge der Spieler zu bewältigen, waren drei Schiedsrichter mit Laptops bewaffnet worden. Es war geplant, dass die Spieler zuerst an einer zentralen Kasse ihr Eintrittsgeld bezahlen und dann zu einem der drei Laptops gehen, um dort ihre DCI-Nummer anzugeben. Die Anmeldung lief insgesamt etwas chaotisch und stockend ab: Es gab diverse Probleme mit Leuten, die die falsche Anzahl von Freilosen bekommen hatten (hauptsächlich Gewinner von Grand Prix Trials, die vergessen worden waren). Wir baten die wartenden Spieler wiederholt darum, DCI-Nummer und Eintrittsgeld schon in der Warteschlange bereit zu halten und nicht erst direkt an der Kasse danach zu suchen, aber entweder die Spanier verstanden das nicht oder ignorierten die Aufrufe - es gab reichlich Verzögerung deswegen, insgesamt etwa eine Stunde. Auch war der Anmeldebereich insgesamt ziemlich klein, und es war kaum möglich, von der Kasse vernünftige Schlagen zu den einzelnen Laptops zu bilden.
Trotzdem war der Ansturm der Spieler irgendwann bewältigt, und Justus konnte mit allen Schiedsrichtern eine kurze Einweisung machen. Schon vorher war entschieden worden, dass wegen der großen Anzahl der Spieler der Grand Prix in zwei kleinere Turniere aufgeteilt werden sollte (ein mittlerweile bei europäischen Grand Prixs übliches Vorgehen), um mehr Übersichtlichkeit zu schaffen - zwei kleinere Turniere sind einfacher zu überwachen als ein großes. Wobei natürlich die Frage aufkommt, ob ein Turnier mit >450 Spielern „klein“ genannt werden sollte…

Ich wurde ins „Team Deck Check“ für den „blauen“ Grand Prix eingeteilt (blau, weil die Spieler in dieser Hälfte des Turniers auf blauen Tischdecken spielten). Die Aufgabe für den Tag würde also sein, in den ersten beiden Runden alle Spielerlisten zu zählen, etwaige Fehler zu finden und zu prüfen, ob alle Listen vorhanden waren und dann, in den folgenden Runden, jeweils vier zufällig gewählte Tische (also acht Decks) zu überprüfen.

Bevor wir aber damit anfangen konnten, die Decklisten von allen Spielern einzusammeln, galt es, diversen Spielern zu helfen, die ihren Namen nicht auf den Seating-Listen gefunden hatten. Die meisten hatten allerdings nur eine Seating-Liste überprüft und dabei nicht bedacht, dass es zwei gab - eine für jedes Turnier. Viele fanden sich also beim zweiten Blick auf der anderen Liste. Als größeres Problem stellte sich heraus, dass die spanischen Spieler fast alle mehrere Vor- und Nachnamen haben und viele sich nicht unter dem Namen auf der Liste fanden, den sie als ihren Nachnamen ansahen. Auch hier klärten sich fast alle Probleme, nachdem wir die Spieler baten, unter allen Namen auf beiden Listen zu schauen. Eine Viertelstunde später hatten alle Spieler ihr Turnier und ihren Platz gefunden, und Justus konnte seine einführende Ansprache halten.

Nachdem wir die Listen von allen Spielern eingesammelt hatten, ging das Grosse Zählen ™ los. 9XX Listen mussten alphabetisch sortiert und geprüft werden, und wieder waren die spanischen Namen für uns eine Hürde: Die Namen auf der Spielerliste und die Namen auf den Decklisten waren nicht immer in der gleichen Reihenfolge (warum können die Spanier nicht einfach jeder nur einen Nach- und einen Vornamen haben? Wer braucht Namen wie Xulio Breogán Gómez Fernández-Bastos, bei denen nicht einmal klar ist, wo der Vorname aufhört und der Nachname anfängt???)

Das Zählen dauerte bis in die zweite Runde, und hätte meiner Meinung nach durch ein anderes Sortiersystem vereinfacht werden können: Unser Team Leader, Jean-Baptiste Mathieu aus Frankreich (L2) meinte, zuerst sollte einer von uns anhand einer kompletten Spielerliste prüfen, welche Liste wir haben und welche fehlen. Dann sollten die Listen an sich auf Legalität geprüft und dann alphabetisch sortiert werden. Da die Listen aber schon alphabetisch sortiert von den Tischen kamen (die Spieler hatten alphabetisch sortiert an den Tischen gesessen), dann durch die Überprüfungen wieder durcheinander gebracht und dann erneut sortiert wurden, machten wir uns meiner Meinung nach mehr Arbeit als nötig. Es wäre einfacher gewesen, zuerst die Listen zu prüfen, dann zu sortieren und dann Vollständigkeit festzustellen. Auch bin ich ein Fan davon, die Listen nicht nach Namen, sondern nach Spielernummer zu sortieren, denn bei ungefähr 14 Spielern mit „Rodriguez“ als Nachnamen dauert eine Sortierung sehr lange und hilft nicht wirklich dabei, eine bestimmte Liste später schnell wiederzufinden. Ich sprach mit Jean-Baptiste, aber er blieb bei seinem System, was ich ihm nicht verübeln kann.

Natürlich fanden wir wieder Spieler, die nur 59 Karten im Mainboard registriert hatten, oder 16 Sideboardkarten oder, oder, oder. Wir vergaben ebenfalls Strafen an Spieler, die ihre komplette Deckliste in Spanisch geschrieben hatten (Auf internationalen Turnieren wie Grand Prixs sollte man immer nur englische Namen verwenden, damit die nicht-einheimischen Schiedsrichter ebenfalls was mit der Deckliste anfangen können. Immerhin waren bei diesem Grand Prix 12 von 34 Schiedsrichtern nicht aus Portugal oder Spanien).

In Runde drei konnten wir dann zu unserer eigentlichen Aufgabe kommen, den Deckchecks. Jeweils zwei Schiedsrichter nehmen sich dafür einen Tisch vor: einer sucht die Decklisten aus dem großen Stapel, der andere stoppt die Spieler (Idealerweise, nachdem sie gemischt haben, aber bevor der jeweilige Gegner das Deck noch mal abgehoben hat), und dann überprüfen beide Schiedsrichter je ein Deck auf Inhalt, auf Markierungen der Hüllen und auf „randomization“, also ob der Spieler das Deck vernünftig gemischt oder eventuell in irgendeiner Weise sortiert hat.

Nach den Deckchecks ist es Aufgabe der Schiedsrichter aus diesem Team, zwischen den Tischreihen darauf zu warten, dass Spieler sie wegen Problemen an den Tisch rufen. Dieses „Floating“ macht einen großen Teil der eigentlichen Arbeit eines jeden Schiedsrichters auf größeren Turnieren aus, auch wenn die meisten Rufe nach Schiedsrichtern nur deshalb kommen, weil die Spieler ihre Ergebniszettel abgeben wollen.

Fragen, die ich während der dritten Runde bekam:

F: Kann ich darauf reagieren, dass ein Spieler zwei Schaden von einem Temple Garden nehmen will?

A: Nein. Die Ravnica-Doppelländer haben keine ausgelöste Fähigkeit, auf die man reagieren kann. Die Fähigkeit dieser Länder ist statisch, und die Entscheidung, Leben zu verlieren oder das Land getappt ins Spiel zu bringen, geht nicht über den Stapel.


F: Kann ein Ornithopter mit drei +1/+1-Marken angreifen, wenn der Gegner eine Lebendige Brücke und nur zwei Handkarten hat?

A: Nein. Die Lebendige Brücke kümmert sich nur um die aktuelle Stärke (3), nicht um den Wert, der auf der Kreatur gedruckt steht (0).


Vor Runde vier kam Justus auf mich zu und gab mir eine neue Aufgabe: Ich sollte für heute Head Judge für die Side Events sein!
Eine interessante Aufgabe, die ich noch nie gemacht hatte. Ich ging also zu Joery van Nevel (DCI Europe) und lies mir von ihm den DCI Reporter Lite erklären, die Software also, mit der man mehrere kleine KO-Turniere gleichzeitig verwalten kann.
Ich bekam einen spanischen Schiedsrichter, Carlos Enrique Tomillo Duran (wieder so ein Name *g*), an die Seite, und zu Beginn von Runde 5 starteten wir die ersten Booster Drafts. Die Turniere an sich laufen weitgehend selbständig: die Leute tragen sich in eine Liste ein, wenn 8 Spieler zusammen sind, wird das Geld eingesammelt und ein Schiedsrichter sucht einen Tisch für die Spieler, gibt ihnen das Produkt und den Zettel mit den Paarungen. Die Spieler tragen die Ergebnisse der KO-Runden ein und kommen wieder, wenn das Finale zu Ende ist, um ihre Boosterpreise zu bekommen. Das Ganze wurde für mich nur etwas erschwert, weil ich kaum ein Wort Spanisch spreche und die ganzen Fragen, die mir die Spieler stellten, nur auf englisch beantworten konnte. Deshalb war ich froh, dass ich Carlos dabei hatte und er Fragen von Spielern beantworten konnte, deren Englisch nicht gut genug war. Carlos machte auch die Durchsagen per Mikrophon, die den Anfang eines Turniers ankündigten. Gleich zu Beginn der Side Events hatte ich einen Warnhinweis ausgedruckt mit der Aufschrift „ ¡no hablo enspañol!“. Den hängte ich an der Anmeldestation auf, und dort sorgte er für reichlich Erheiterung unter den Spielern.

Je später es wurde, desto voller wurde es an der Side-Event-Station, denn immer mehr Spieler verließen den GP. Ich forderte Verstärkung an, als zu einem Zeitpunkt die Anmeldung für 8 Drafts gleichzeitig lief, aber insgesamt war es ein ruhiger Tag und ich hatte reichlich Gelegenheit, mich mit Joery und Carlos zu unterhalten. Einer der interessantesten Aspekte von internationalen Turnieren ist der Kontakt mit Schiedsrichtern aus anderen Ländern: Man lernt neue Perspektiven und Philosophien kennen, hört über die Situation von Magic in anderen Teilen der Welt etc. Mit Joery habe ich mich ausgiebig über meine Möglichkeiten unterhalten, den L3-Test zu machen, und ich bekam sehr positives Feedback von ihm. Er meinte, dass auch Gis Hogendijk, L5 aus den Niederlanden, wohl der Meinung sei, ich habe das Zeug dazu. Zusammen mit dem Vertrauen, dass sie in mich setzten und mir die Side Events überließen, beendete ich diesen ersten Tag äußerst zufrieden. Als ich dann erfuhr, dass ich am Sonntag nicht in den Side Events, sondern im GP selber als Schiedsrichter arbeiten sollte, war ich sogar noch mehr erfreut. Side Events sind zwar eine interessante Aufgabe, und besonders die Erfahrung, so viele Events gleichzeitig unter Kontrolle halten zu müssen, ist fordernd, aber eigentlich fährt man natürlich auf einen Grand Prix, um auch beim „wichtigen“ Turnier dabei zu sein.

Nachdem gegen halb zwölf die letzte Runde des GPs vorbei war, verließ ich zusammen mit Justus und Christian Gawrilowicz die Location und wir (die drei einzigen deutschsprachigen Schiedsrichter in Bilbao) machten uns auf den Weg, noch ein Abschlussbier in der Hotelbar zu trinken. Die hatte natürlich schon geschlossen. Der Versuch, eine gemütliche Bar in der Nähe des Hotels zu finden, schlug ebenfalls fehl, und so landeten wir wieder im Hotel und uns wurde gesagt, dass wir Bier per Zimmerservice bestellen können. Das müssten wir dann allerdings vom Zimmer aus tun. Justus ging also auf sein Zimmer, bestellte drei Bier, und brachte die zurück in die Hotellobby. Das fand der Mann an der Rezeption allerdings überhaupt nicht lustig und erklärte uns, dass wir unser Bier nicht in der Lobby, sondern nur auf den Zimmern trinken dürften. W000t!!! So eine alberne Anweisung hatten wir von einem 5-Sterne-Hotel nicht gerade erwartet, ignorierten sie geflissentlich und tranken unser Bier trotzdem in einer der Sitzgruppen, außerhalb der Sichtweite der Rezeption. Um halb zwei ging ich ins Bett.

Sonntag - Tag 2

Für den zweiten Tag war ich wiederum im Team Deckchecks eingesetzt. Zuerst hatten wir damit zu tun, aus beiden Turnieren vom Vortag die Listen der noch verbliebenen Spieler zusammenzusuchen. Hierbei kam es zu einigen Verzögerungen, weil der neue Team Leader zwar eine Liste aller 128 Spieler des zweiten Tages besorgt hatte, aber wir nicht wussten, welche Spieler am Vortag in welcher Hälfte des GPs gespielt hatten. So mussten wir also jede Liste in zwei Stapeln suchen, was recht umständlich war. Erst als ich darauf hinwies, dass es eventuell einfacher wäre, aus jeder Hälfte vom Vortag eine Liste der Top64 zu besorgen und anhand dieser zwei Listen die Decklisten zu suchen, kamen wir etwas schneller voran. Ich war in diesem Team derjenige, der bisher die meisten Grand Prixs betreut hatte, und es schien, dass mein Team Leader über meine Vorschläge recht dankbar war. In der zweiten Runde konnten wir damit anfangen, Deckchecks zu machen.

Bei einem dieser Deckchecks entdeckte mein Partner ein ungewöhnliches Muster: Das Deck von Spieler A war ganz hervorragend gemischt - er hatte es geschafft, dass im Deck nie zwei Länder direkt beieinander waren, immer nur ein Land, dann ein bis drei Spells, ein Land, ein bis drei Spells und so weiter. Zufall? Daran glaubten wir nicht. Nach kurzer Rücksprache mit Justus nahmen wir Spieler B, den Gegner von Spieler A, unter dem Vorwand beiseite, dass etwas mit dessen Deckliste nicht in Ordnung war (damit A keinen Verdacht schöpfen könnte, dass es sich um ein Problem mit ihm selbst handelte) und befragten ihn, ob er zugeschaut hatte, wir A gemischt hat. B konnte sich erinnern, von A nur Pile Shuffles gesehen zu haben, war sich aber nicht ganz sicher. Wir entschieden, erst einmal nichts zu tun und A weiter zu beobachten. B wurde von uns instruiert, im folgenden Match das Deck von A nie zu mischen oder abzuheben, und ich positionierte mich hinter A, um zu gucken, in welcher Reihenfolge er Länder und Spells zog. Wir gaben A sein Deck zurück, ohne es zu mischen (es war also immer noch „sortiert“ in Land, Spell, Spell, Land, Spell, Spell etc.). Auch jetzt gab sich A keine Mühe, das Deck ordentlich zu mischen, sondern teilte es nur mehrmals in zwei Stapel und legte den unteren auf den oberen - das Muster im Deck blieb also erhalten. Im Spiel zog er deshalb natürlich wunderbar verteilt Länder und Spells, und nach 4 Zügen griff Justus ein und stoppte das Spiel. Beim folgenden Interview konnte A nicht erklären, wie das Muster zustande kam oder warum er beide Male nicht vernünftig gemischt hatte, und kurz darauf entschied Justus nach kurzer Rücksprache mit seinem Backup-Head Judge und mir, den Spieler zu disqualifizieren.

Am Sonntag kamen (leider) noch mehrere Situationen auf, die nicht ganz einwandfrei zu sein schienen: Ein Spieler (C) ist gerade am Verlieren gegen Desire, ein Brain Freeze und ne Menge Kopien liegen auf dem Stapel, und der Desire-Spieler (D) spielt in Reaktion darauf noch einen Cunning Wish auf Opportunity und zeigt dieses vor. C „missverstand“ das und dachte, D habe die Opportunity gleich gespielt und wollte vier Karten ziehen, bevor die Brain Freezes verrechnet werden. D lies die Freezes verrechnen und tötete C dann mit der Opportunity. Eigentlich alles ganz leicht, aber mir blieb der Verdacht, dass C genau wusste, was D wollte, und ihn absichtlich missverstanden hatte, um das Spiel nicht zu verlieren (Hätte er zuerst vier Karten gezogen und dann durch Brain Freeze den Rest der Bibliothek verloren, wäre er nicht gestorben, weil er dann in seinem Upkeep eine Krosan Reclamation mit Flashback hätte nutzen können). Falls das ein Versuch gewesen war, sich ein schon verlorenes Spiel noch rumzubiegen, hat C Glück gehabt, nicht ebenfalls disqualifiziert worden zu sein…

An einem anderen Tisch, kurz vor Ende der Runde, war Spieler E gerade fertig mit seinem Zug und sagte „go“. F, sein Gegner, untappte, stoppte, und meinte dann „warte. In Deinem end of turn möchte ich noch was spielen“. E rief mich und meinte, dazu sei es zu spät. Und er hatte Recht: Ich entschied, da F schon komplett fertig war mit Untappen, sei dies ein eindeutiges Zeichen, dass wir mittlerweile in F’s Upkeep waren. Damit war F nicht einverstanden und argumentierte, dass er ja noch nichts Relevantes in seinem Zug gemacht habe und damit den eot noch nachholen könnte. Er nutze sein Recht, den Head Judge zu rufen, aber Justus hatte die gleiche Sichtweise wie ich.

Kurz vor Ende der letzten Runde wurde ich dazu eingeteilt, das Finale als Table Judge zu betreuen. Wow, noch ein toller Job! Ich war zwar schon öfter table Judge gewesen, aber noch nie an einem Grand Prix-Finale. Schade, dass das Finale dann so kurz war: Olivier Ruel gewann mit seinem Solitary Confinement-Seismic Assault-Life from the Loam-Deck sehr schnell gegen das Boros Deck Wins eines Spaniers, und damit war der GP zu Ende.

Für uns Schiedsrichter blieb nach der Siegerehrung nur noch Aufräumen, und dann fiel ich gegen Mitternacht im Hotel in wohlverdienten Schlaf.

Insgesamt hatte ich ein tolles Wochenende mit interessanten Aufgaben, mit interessanten Situationen und mit netten Leuten (Spieler wie Schiedsrichter). Für mich war dieser GP ein wichtiger Schritt in Richtung Level-3-Prüfung, die ich hoffentlich nächsten Sommer machen kann. Ich war hocherfreut über das gute Feedback, was ich von Justus, David Vogin und von anderen Schiedsrichtern bekommen habe und hoffe, demnächst wieder einen Grand Prix betreuen zu können (Lille, anyone?).

Für Kritik und Feedback bezüglich dieses Artikels wäre ich Euch dankbar und hoffe, Euch hat er gefallen.

Geschrieben von the real paluschke



Artikel:

weener - 23.11.05 - 01:16


Mitglied seit
29.12.04

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gefällt mir sehr, wie du das genau schilderst. da ich selbst noch nicht auf nem grand prix war, klingt das alles recht interessant für mich.
ich kann mir jetzt richtig was vorstellen darunter, aber wow 900 spieler, was ne menge!!!
und desto mehr ich lese, desto stärker wird mein wunsch judge zu werden.
find ich toll dass auch der österreichische lvl 3 judge dort war (gibt ja leider nur einen).
auf jeden fall ein ziemlich guter bericht vom baldigen level 3 judge *g*.
mfg weener
 the real paluschke - 23.11.05 - 01:19


Operator, DCI Judge

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23.02.03

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der österreichische "Level3" heißt Philip Dafaerner...vor Ort in Bilbao war Christian Gawrilowitz, der noch nicht L3 ist, es aber bald wird.


 

Philip Schulz - 23.11.05 - 05:41

DCI Judge

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01.12.03

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Gefällt mir. Hat mich gut unterhalten. Mehr davon bitte!


Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten!

Evil Twin - 23.11.05 - 07:43


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25.05.03

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Wieder sehr nett geschrieben und vor allem übersichtlich. Das mit den verschiedenen Bezeichungen der Spieler in den Situationen ist sehr hilfreich.
Aber wirklich schade, dass ich nicht vorbei fliegen konnte. Und Justus war mal wieder der Big Boss? :> Der macht seinen Job ganz gut an sich, vielleicht wirste dann bald ja auch mal Head Judge wenn du LV 3 bist.


Kommentar zu 1st Turn Stifle auf Fetchland:
"It's like a Timewalk having Sex with a Stone Rain. ...and Lava Dart is watching..."

"This is madness!" "Madness? This is Sparta!"

burninghero.de

 the real paluschke - 23.11.05 - 09:26


Operator, DCI Judge

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23.02.03

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Evil Twin: eher nicht. HJ für nen Grand Prix werden eigentlich nur L4 sowie angehende L4, denn das HJ-sein ist quasi Teil der L4-Prüfung. Das ist für mich also noch ein großes Stück weg. Aber danke dass Du es mir zutraust :)


 

Gneral Locke - 23.11.05 - 09:43


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sehr interesant und nett geschrieben, danke für den Artikel.
Was mich noch interesiert, was hast du den bekommen? (JudgeFoils, etc)
 the real paluschke - 23.11.05 - 09:50


Operator, DCI Judge

Mitglied seit
23.02.03

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das habe ich mal absichtlich im Artikel nicht erwähnt, weil dann gleich wieder die große Diskussion startet á la "wääh, ich will auch etc / will auch Judge werden!!11eins"

wenns Euch wirklich wichtig ist zu wissen, was ich "verdient" habe, dann fragt mich per KN.

Letzte Änderung: 23.11.05 - 13:47


 

Phoenix 1000 - 23.11.05 - 11:13

inaktiv

Gästebuch 
Sehr schön zu lesen.
Angenehme Morgenlektüre.
Finde es immer wieder interressant wie Tuniere für die Judges ablaufen. Sozusagen ein blick hinter die Kulissen.
Das Wizard euch ein 5 Sterne Hotel für die Übernachtung zur Verfügung stellt finde ich echt klasse. Ganz schön spendabel. (okay sie haben dir den flug nicht bezahlt aber es hätte ja auch ein 2 sterne Hotel sein können)


Life is hard but you must be harder!
This is dead Bunny. Copy it to your Signature to help it becoming part of history after its eventual world domination.
( > < )
( x'x )
(/¯¯\)

Zu spät kommen ist die Respektlosigkeit vor der Zeit anderer Menschen.

U-Ralf - 23.11.05 - 12:49


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20.09.05

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moin moin

joh seht schöner bericht, schön geschrieben, und hoch interessant. so ein turnier mit über 900 teilnehmern is schon was ....viel spass und erfolg als judge und schreib mal öfter sowas hier rein


---das counter ich---
ebay
Havez
Wants

Imcee Deluxe - 23.11.05 - 15:13

verbannt

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Oh der Artikel war echt klasse!
Gibt es keien andere Abkürzung für Headjudge als Hj? ich meine das kann mal ziemlich missverstanden werden wenn du weißt was ich meine....tjoa ich kenn mich nich so aus mit Grand Prixs was für in Vormat wurde gespielt?


mfG: Imcee D.
Klugscheisser - 23.11.05 - 15:27


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Mal wieder ein astreiner Artikel! Ich weiß net was du willst mit den Namen? Stell dir vor du müßtest in China oder Japan Decklisten sortieren? Da kriegste nicht nur Probleme mit den Namen (zB: Xin Min Wang Chun), sondern auch noch mit den Schriftzeichen, gg, gruß Klug

Bevor du sagst du machst eh nie beim GP Peking mit: Vielleicht kriegste den ja voll gesponsort wenn du mal Lvl 3 bist.Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg auf dem Weg zum Lvl 3...


Meine Karten sind verkauft. Es war eine schöne Zeit in der Comunity, vielleicht sieht man sich ja nochmal irgendwo, gruß Klug

Theodor - 23.11.05 - 15:51

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Schöner Artikel falko! Hat mal nen guten Einblick in die Welt des Judges gegeben.
Liquidator - 23.11.05 - 17:13


Mitglied seit
26.10.03

Gästebuch 
Find ich jut, dass Schiedsrichter die Regeln missachten ;)
zumindestens im Hotel, hehe.
Und das Argument, dass ihr das gar nicht einseht :P.

Wenn ich mal irgendwann die Ehre hab, an einem Turnier teilzunehmen, an dem du judgest, werd' ich das Argument auch mal bringen und dann so weiter machen wie bisher, wo's die Rezeption(aka TRP) net sieht ;).

Netter Artikel! Viel Erfolg bei Lvl.3 Prüfung!

cu
Liqui


Cu and Greetz
Liqui

Nucular, das Wort heißt Nucular!


SymBiaN - 23.11.05 - 17:21


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sehr interessant zu lesen. da du table judge beim finale warst zeigt ja dass du was drauf hast. viel glück noch auf deinem weg zum ultimativen judge^^

edit: ach ja, marcio carvalho kommt aus portugal, nicht aus spanien!!

Letzte Änderung: 23.11.05 - 17:27


Ich bin einzigartig!! Ich glaub das hofft die ganze Menschheit...:/

the-evil-one - 23.11.05 - 18:40


Mitglied seit
08.08.05

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Sehr schöner Artikel! Is echt sehr übersichtlich, verständlich und spannend geschrieben, mach weiter so.
Ich wünsche dir auch viel Glück auf dem Weg zum Lv.3-Judge!
Du machst das doch locker


Stolzer Gewinner des Germagic Button-Gewinnspiels! ;)
Post 666: 15.4.07, 19:05 Uhr

GoldenSeraph - 23.11.05 - 22:42


DCI Judge

Mitglied seit
03.11.02

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Bah Fritte, :D

:) nächstes Jahr bin ich wenigstens auch wieder am
Start, mit 18 kann man sich soviel besser von lästigen
Mon und Freitagen freistellen.

Viel Spaß in Lille. Einen Foil Ball Lightning darauf dass du in Lille Teamleader wirst :) was hältst davon?


Nat'Q ich komme.

Michael W - 24.11.05 - 08:20

DCI Judge

Mitglied seit
19.11.03

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Guter Bericht. Bald noch ein Level 3 im Norden ;)
El Bosso23 - 24.11.05 - 10:53


inaktiv

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Cooler Bericht!
Hat spass gemacht zu lesen und mal zu erfahren, wie es bei "richtig großen" Turnieren so abgeht...

Viel Glück bei der L3-Judge Prüfung!

Letzte Änderung: 24.11.05 - 10:53


Unkenntnis blendet und lässt uns in die Irre gehen.
Oh, ihr elenden Sterblichen, öffnet die Augen.
-Leonardo Da Vinci-

Fensterplätzchen - 24.11.05 - 14:42


Mitglied seit
20.03.04

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Zitat:Viel Glück bei der L3-Judge Prüfung!

jo.

bei wem hast du denn deine Referenzen eingesammelt?


Mich gibt es auch noch!!

Larvi - 24.11.05 - 18:21

Mitglied seit
06.04.04

Gästebuch 
werden die Rewards eigentlich mit dem Judge Level besser/hoeher ? :O
 the real paluschke - 24.11.05 - 18:24


Operator, DCI Judge

Mitglied seit
23.02.03

Gästebuch 
ja, werden sie.

Ich wäre allerdings erfreut, wenn sich nicht alle so auf die Rewards konzentrieren...Ich will nicht sagen, dass sie irrelevant sind, aber halt noch lange kein Grund, deshalb auf solche Events zu fahren...


 

Die dunkle Seite der Macht - 24.11.05 - 19:55

inaktiv

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sind die spanier wirklich sOOOOO schlimm ?????
aber das mit den namen ist komisch
PePe - 30.11.05 - 17:52


Mitglied seit
29.07.05

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verdammt langer aber trotzdem schnieker bericht

have fun


" Wir werden eure Felder niederbrennen, eure Schätze stehlen, eure Häuser zerstören, eure Kinder verklaven. Wir weden eure Angetrauten töten und die Gräber eurer Ahnen verfluchen. All das werden wir tun und ihr könnt dem nur entgehen, indem wir euch nicht finden...
...das Problem ist, wir haben euch bereits gefunden."
Racheverprechen der Hyozanrächerbande


oegi - 01.12.05 - 21:12


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Gästebuch 
also muss sagen respekt. netter artikel und musste wohl auch ein interessantes turnier gewesen sein.


sigg sagg servulaahh



craZy CoYote - 15.12.05 - 23:03


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Gästebuch 
Schick,schick der Artikel und ich finde es erstaunlich, dass man schon ab level 2 judge bei solchen großen wunderbaren internationalen Turnieren teilnehmen kann !
Sehr nett :)

mfG der Coyote

PS: Eine kleine Kritik, nicht übel nehmen, aber ein wenig mehr Würze würde das ganze noch einen Tick spannender machen :).
ich denke du weißt, was ich meine.
Trotzdem ein sehr schön zu lesender Artikel.


Das Leben ist eine Narbe. Kalt , wildes Fleisch und gefühllos. Mit einer Geschichte die man nur erahnen kann, doch nur die Narbe weiß welch Vergangenheit ihr mitspielte.



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