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Nutzt eure Möglichkeiten

So, nachdem ich schon einige Artikel hier gelesen habe, habe ich mir gedacht, dass ich auch mal meinen Senf zu einem bestimmten Thema dazugeben könnte. Und dieses Thema ist:

„Die Ressourcen von Magic“

I) Was sind überhaupt diese „Ressourcen“?

Zunächst sollten wir uns darüber klar werden, was die eigentlichen Ressourcen von Magic sind. Grob kann man sie eigentlich in 5 Kategorien zusammenfassen, die sich teilweise überschneiden.

1) Die Karten auf der Hand
2) Die Bibliothek
3) Die Lebenspunkte
4) Das Mana
5) Die Karten im Friedhof

Die Bibliothek ist natürlich direkt als Ressource zu erkennen, denn sie beherbergt fast alles andere was man braucht um sein Spiel aufzubauen bzw. zu gewinnen: Länder, Kreaturen, Verzauberungen, Spontanzauber etc. .
Auch die Lebenspunkte lassen sich sofort als wichtig einordnen, denn wer einmal keine mehr hat ist ( normalerweise *g* ) der Verlierer des Spiels. Die Länder und das von ihnen produzierte Mana als Quelle für die Energie zu erkennen, die überhaupt nötig ist, um die verschiedensten Sprüche zu spielen dürfte auch jedem Anfänger möglich sein. Bei den anderen beiden wird dies für den nicht so fortgeschrittenen Spieler schon schwieriger. Das man Karten auf der Hand hat bzw. Sprüche nach deren Zerstörung/ Opferung oder auch nach dem mehr oder minder erfolgreichem Sprechen in den Friedhof landen sollte soweit noch klar sein. Das er dieses auch für sich benutzen kann aber wahrscheinlich nicht.
Kommen wir also nun zu dem Punkt an dem wir uns einmal anschauen sollten, WARUM wir manche Ressourcen nicht nutzen und dann abschließend WIE wir diese „toten“ Möglichkeiten in unser Spiel einbringen können.


II) WARUM? Und vor allem WIE?

Tja, warum übersehen manche Anfänger diese Sachen? Der Grund ist wohl das sie ihnen nicht wichtig erscheinen. Viele Anfänger schätzen z.B. die wohlbekannte Karte „Ancestrall Recall“ als eigentlich recht schwach ein. Ihnen ist da z.B. ein Lightning Bolt oder irgendein Fattie wichtiger in ihrem Deck. Sie sagen sich: „Oh 3 Karten, toll...*gähn*, da nehme ich doch lieber n Spruch mit dem ich schaden machen kann“. Dabei ist die Option des Kartenziehens meiner Meinung nach die stärkste die es gibt. Denn durch dieses „3 Karten ziehen“ beim Ancestrall Recall passieren mehrere Dinge, die einem dem Sieg ein Stück näher bringen können. Da wären zum einen natürlich 3 zusätzliche Karten auf der Hand und dies bedeutet 3 zusätzliche Optionen auf Aktionen zu reagieren. Man hat plötzlich viel mehr MÖGLICHKEITEN als vorher bestimmte Situationen zu handeln, sei es durch den gezogenen Counterspell, die langerwartete Killerkreatur etc.. Natürlich würden diese Karten früher oder später auch so kommen, aber es macht oft einen Unterschied, ob man grade einen Counterspell auf der Hand hat, oder bis zur nächsten Runde warten muss :-)
Ein weiterer Vorteil ist die „Ausdünnung“ der Bibliothek. Es ist ja wahrscheinlicher die Karte die man haben will aus 40 Karten zu ziehen, als aus 60 Karten.

Dies bringt uns zu einer Ressource, die richtig eingesetzt einen Gewinn für das Spiel darstellen kann, die Bibliothek. Sie ist ja der Sammelort für all unsere Möglichkeiten auf Situationen zu reagieren oder selber Sachen auszuspielen die uns Vorteile verschaffen. Hier gibt es nun mehrere Wege diese Ressource gewinnbringend einzusetzen und zu optimieren.
Die erste und wohl auch logischste ist, das Deck so klein wie möglich zu halten (Sonderfälle wie „Battle of Wits“ tun da eigentlich nichts zur Sache). Wie beim Kartenziehen schon erwähnt ist es von Vorteil wenn man die Wahrscheinlichkeit eine Karte zu ziehen erhöhen kann. Je größer die Bibliothek ist, desto kleiner ist diese Wahrscheinlichkeit aber. Bei Anfängern nehmen Decks manchmal erstaunliche Größen an, da die wenigen Karten die sie haben alle in EIN Deck stopfen und dann mal so 90 - 100 Karten im Deck haben. Das ist natürlich eine tolle Situation wenn man Dutzende von Runden warten muss bis die Karte kommt die man braucht. Aber meistens muss sie nicht lange ertragen werden, denn bis dahin ist man schon längst hinüber. Ich habe auch schon bei „Fortgeschrittenen“ ein viel zu großes Deck bemerkt ( z.B. ein Elfendeck mit ca.90 Karten, die Person weiß wer gemeint ist ^^). Kommentar wenn man sie daraufhin ansprach oder Möglichkeiten aufzeigen wollte das Deck effizienter zu gestalten: „Das läuft so gut.“ Na ja es lief... manchmal, Meistens scheiterte es dann aber, denn unter so vielen Karten mal einen der 2 Elvischen Champions zu finden dauert meistens zu lange.
Die zweite Möglichkeit bringt uns zu einem weiteren Punkt die Wahrscheinlichkeiten zu erhöhen, nämlich die wichtigsten Karten mehrmals ins Deck zu nehmen, aber ich glaube das braucht jetzt nicht mehr näher behandelt zu werden.
Es gibt auch Decktypen die speziell dazu konstruiert wurden diese Ressource zu zerstören, indem sie konsequent Karten von der Bibliothek des Gegners in den Friedhof oder aus dem Spiel befördern was letztendlich zur Folge hat, das zum einen die Möglichkeiten verringert werden, mit dieser Situation fertigzuwerden, man zum anderen aber auch irgendwann keine Karten mehr ziehen kann was den Decktod bedeutet.

Eine andere Ressource sind die Lebenspunkte. Hier braucht wohl auch vorerst nicht drauf eingegangen zu werden, denn selbst ein absoluter Anfänger kann sich denken, dass man stirbt sobald man keine mehr hat. ( Auch hier lasse ich einige Sonderfälle wie „Lich“ etc. mal weg, da Anfänger damit erst mal wohl nichts anfangen können). Auch diese Ressource lässt sich „gewinnbringend“ einsetzen. Manche Karten beinhalten den Verlust von Lebenspunkten verschaffen einem aber sehr große Vorteile. Während ein Anfänger einen „Juzam Djinn“ oder eine „Necropotenz“ aufgrund des Lebenspunkteverlustes eher als schlecht einstuft, würden erfahrene Magicspieler diese Karten vom Spielwert sehr hoch ansehen. Was ist schon der Verlust von einem Lebenspunkt, wenn man dafür eine Karte ziehen kann, was wieder mehr Möglichkeiten bedeutet. Und bei der Necropotenz kann man dass ja sooft machen wie man Lebenspunkte besitzt. Also mal flott ein paar Karten gezogen, die verlorenen Lebenspunkte durch andere Karten wieder zurückgewinnen ( wie „Ivory Tower“, „Drain Life“ etc.) und fertig ist eine üble Kartenzieh Maschine, die sich dann auch noch selbst erhält und dafür sorgt das der Gegner schnell mit den gezogenen Karten fertig gemacht wird.

Ebenfalls meistens einleuchtend ist das Ansehen von Mana als wichtige Ressource. Denn ohne kann man in den seltensten Fällen etwas auspielen. Man kann das Mana gut als „Gehalt“ betrachten, das einem jeden „Monat“ ( also dem Spielzug ) zur Verfügung steht. Ebenso wie im realen Leben sollte man sich dieses „Gehalt“ gut einteilen, denn davon müssen alle Ausgaben ( die Sprüche ) „finanziert“ werden. Je mehr ihr davon zur Verfügung habt, umso eher könnt ihr euch die teuren Sachen leisten oder mit mehreren Sprüchen die Strategie des Gegners zunichte machen. Zu oft machen Anfänger den Fehler sich andauernd auszutappen, weil sie unbedingt die Kreatur auf dem Tisch haben wollen um dann kein „Geld“ ( also Mana ) übrig zu haben, für einen „Giant Growth“ der eine eigene wichtige Kreatur vielleicht gerettet hätte, oder für einen „Counterspell“ der verhindert hätte, das der Gegner die Karte spielt die in seiner Kombo noch gefehlt hat. Man sollte wenn möglich sich immer noch Spielraum lassen um auf Situationen reagieren zu können. Auch wenn man nur Karten auf der hand hat die einem in dieser Situation GARNICHTS nützen können den Gegner schon mal dazu verleiten vorsichtiger zu spielen, den er weiß es ja nicht, ob wir nun einen passenden Spruch auf der Hand haben oder nicht.
Es muss auch nicht immer das Mana sein, auch die Länder, die es zum größten Teil produzieren, können einem einen Vorteil verschaffen, selbst wenn man sie selber opfern sollte. Der „Zuran Orb“ zum Beispiel lässt einen ein Land opfern und beschert einem daraufhin mit 2 Lebenspunkten. Na erinnert ihr euch noch an die „Necropotenz“ die ich oben erwähnt habe, wo man für einen Lebenspunkt eine Karte ziehen kann? *g* Also ein Land = 2 Karten. Nicht schlecht, oder?

Kommen wir nun zur letzten Ressource die ich hier behandeln möchte. Den Friedhof. Früher von den meisten missachtet, da er ja eine Art Mülleimer für benutzte Sprüche ist, hat sich das jetzt etwas gebessert, durch die neuen Kartenmechaniken „Treshold“ und „Flashback“, die den Friedhof explizit als Ressource erschließen. Aber es müssen nicht immer nur „Flashback“ oder „Threshold“ Karten sein. Schon in älteren Editionen gab es Karten die einen Vorteil brachten, wenn sie in den Friedhof kamen, oder die dafür sorgten, das die Karten im Friedhof verwertet wurden. Diese Verwertung kann auf vielfältige Weise geschehen. So holt z.B. ein „Animate Dead“ eine Kreatur aus dem Friedhof ins Spiel zurück. Man muss diese Kreatur aber nicht zwangsläufig vorher ausgespielt haben, sie muss nur irgendwie in den Friedhof gelangen. Dies kann durch einen Spruch geschehen, der uns Karten in den Friedhof legen lässt oder durch Fähigkeiten einiger Permanents. Mmm „Avatar of Woe“ in Runde 1? Kein Problem, ein „Dark Ritual“ spielen, damit das “Entomb” bezahlen das den Avatar in den Friedhof bringt und mit den restlichen 2 Mana noch ein „Exhume“ hinterher. Voila, eine nette Kreatur, die dem Gegner in der zweiten Runde dann etwas Kopfzerbrechen bereitet.
Der Friedhof kann also ein kostengünstiger „Umweg“ sein um Karten billiger auszuspielen. Viele Karten profitieren auch von der Anzahl der Karten im Friedhof wie z.B. aus Judgement „Mist of Stagnation“. Wenn man dem Gegner daraufhin den Friedhof entfernt darf er NICHTS mehr entappen, es sei den er kriegt wieder Karten in den Friedhof, die man dann mit den entsprechenden Karten wieder entfernen kann. Sieht schlecht aus für den Gegner wenn er nichts mehr machen kann. So hat man eine ansonsten eher unbenutzte Ressource in eine Spielentscheidende Waffe verwandelt.


III) Fazit

Kommen wir nun zum Schlusswort, was von vielen erfahrenen Spielern, die das alles schon kennen wohl schon lange erwartet wird. Ich habe versucht mich so kurz wie möglich zu fassen und bin nur auf allgemeine Möglichkeiten eingegangen, damit diese für den Anfänger etwas leichter verständlich sind und abschließend lässt sich sagen: Wenn eine Karte euch die Möglichkeit bietet, eure unbenutzten Ressourcen in einen Vorteil umzuwandeln, überlegt ob ihr sie nicht spielen wollt. Sei es nun, das sie den der nicht ein darauf abgestimmtes Deck hat schwer behindert ( wie „Mist of Stagnation“ ) oder sie Ressourcen „umwandelt“ ( wie ein „Stroke of Genius“ der euer bezahltes Mana in gezogene Karten umwandelt ).
Also Leute, nutzt eure Möglichkeiten! :o)


Dieser Artikel wurde verbrochen von: -RaVeN-
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Geschrieben von -RaVeN-



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