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Sligh oder "Wie Paul die Welt mit Commons schockte"

Versetzen wir uns in das Jahr 1996 ganz Magic wird von Necropotence regiert...
Ganz?

Nein ein einziger Mann kämpft gegen die Horde der Kartenzieher(und Stasis Langweiler)
sein Name ist Paul Sligh, er sollte zur Legende werden...

Ein Sligh, ist gemeinhin ein Monorotes Deck dass darauf beruht dem Gegner durch perfektes Ausnutzen des gegebenen Mana´s
möglichst schnell zu töten. Paul Sligh war der erste der dieses Deck zu Siegen führte - hier seine Deckliste für die Pro-Tour Atlanta im July 1996


2 Dwarven Trader
2 Goblin of the Flarg
4 Ironclaw Orcs
3 Dwarven Lt.
2 Orcish Librarian
2 Brothers of Fire
2 Orcish Artillery
2 Orcish Cannoneers

2 Dragon Whelp

4 Lightning Bolt
4 Incinerate
1 Fireball
1 Immolation
1 Shatter
1 Detonate

4 Brass Man
1 Black Vise

4 Strip Mine
4 Mishra's Factory
2 Dwarven Ruins
13 Mountain

Sideboard
4 Mana Barbs
2 Serrated Arrow
1 Shatter
1 Detonate
1 Fireball
1 Meekstone
1 Zuran Orb
3 Active Volcano
1 An-Zerrin Ruins

Dies war de Deckliste die das Deck berühmt machte - Paul Sligh selber nannte das Deck "Orcish Librarian" weil dieser die Schlüsselkarte fuer das angenehme Topdecken war. Da Strip Mine damals noch nicht restricted war war es selbstverständlich 4 davon zu spielen um die Manabase des Gegners fragil zu halten und ihn nicht richtig ins spiel kommen zu lassen. Shatter und Immolation waren im damaligen Mono U Stasis und Necropotence Meta sehr unwichtig darum spielte er sie auch weniger. Doch das Deck wurde fälschlicherweise nach Paul benannt - der ursprüngliche Name des Decks war "Geeba" von Jay Schneider der folgende Vorschriften dafür aufstellte:

#1, die Manakurve

Ein echtes Sligh(Geeba) optimiert die Mana Kurve so, dass es ein Land pro Runde legen kann und ALL sein Mana jede Runde ausgibt.
Wenn man sich ein Sligh ansieht söllte man die Karten nicht als Karten sehen sondern als Slots er stellte es sich so vor:

1 mana slot: 9-13 Spells
2 mana slot: 6-8 Spells
3 mana slot: 3-5 Spells
4 mana slot: 1-3 Spells
X spell: 2-3 Spells
Lightning bolt & ähnliche Critter Killer: 8-10 Spells

Mana 23-26 wobei 15-17 davon farbig seien sollten

#2, Card Advantage
Auch wenn es nicht so aussieht hat Sligh doch denn Sinn einen Kartenvorteil zu haben, zwar nicht im "Mehr-Karten-ziehen" aber im "Mehr-Karten-haben". Ein Sligh entfernt regelmäßig gegnerische Critter und Länder. Ein Sligh ist auf keinerlei Combos angewiesen da jede Karte einzelnd effektiv ist(was den Schaden von Discardern begrentzt). Ein Musterbeispiel dafür ist die Orcish Artillery sie muss nichtmal eingesetzt werden da der Gegner sein Spiel allein schon daran anpasst das man die Möglichkeit hätte seine kreatur einfach zu grillen wenn er sie legt und selbst wenn man ihre Ability im ganzen Spiel nur ein einziges mal benutzt ist dies bereits ein Schritt Richtung Spielfeldkontrolle.

#3, "Spread your Wings"
Das damalige Sligh war schnell genug mit seinen billigen Kreaturen den Gegner einige male zu hauen bevor jener diese entsorgen und seine Verteidigung hochziehen konnte. Doch dann erhebt sich das Deck mit Dragon Whelp in die Lüfte und kann ihm die letzten Leben mit seinen Direct-Damage Sprüchen nehmen.

#4, Monocolor
Es ist ein einfarbiges Deck. Wenn man sich die damaligen Decks ansieht so waren bis auf das Monowhite Sleight Deck von Tom Chanpheng
alle Decks mehrfarbig. Dazu muss man wohl sagen dass jedes Sligh 4 Strip Mines spielte die es für den Gegner sehr schwer machten 2-3 farbige Decks wirklich effizient zu spielen. Das Monocolor dasein hatte aber auch einen Nachteil - CoP: RED der Albtraum dieses Decks. Doch Paul Sligh fand einen weg dies zu übergehen: er spielte 1 Black Vise 4 Brass Man und 4 Mishra´s Factory - ihren Damage konnte der Gegner nicht durch Red-Protections aufheben.

Paul´s Deck stach noch durch eine weitere Karte hervor: Mana Barbs - ihr Schaden war (wenn erstmal gelegt) so schnell und beinahe unausweichlich dass er sie gegen beinahe jedes Deck reinboardete bei dem er wusste dass sie ihm nicht gecountert würden. (4 Mana ist für ein Sligh sehr viel..) gegen Decks mit Countern boardete er die 3 Active Volcano´s - und die Manabarbs:). Zur selben Zeit wurde auch eine Version gespielt die mit 4 Pillage´s und 4 Strips schon stark an ein Ponza (dass aber erst 3 Jahre später seinen Namen fand ) erinnerte.

Das nächste mal dass nach Paul Sligh Wirbel um dieses Deck gemacht wurde war es September des selben Jahres (1996) und Arthur Kimes spielte ein Sligh längere Zeit auf mehreren Turnieren und Arenen. Dieses Deck katapultierte den bis dahin in der Turnierszene weitgehend unbekannten Arthur unter die Top #100 DCI ranked Spieler was auch damals schon ein hart umkämpftes Pflaster war. Die Originalversion die im August 96 von ihm gebaut wurde enthielt 2 Pillage und 4 Strip Mine´s die den Aufbau des Gegners doch stark bedrängten. Das Deck mit dem er im Spätsommer die Turnierszene unsicher machte baute sich folgend auf:
Arthur’s Sligh Deck - Sep ‘96

2 Gorilla Shaman
3 Ironclaw Orcs
2 Orcish Librarian
3 Dwarven Soldier
2 Brothers of Fire
4 Orcish Artillery
2 Storm Shaman
1 Sabretooth Tiger
2 Dragon Whelp

4 Incinerate
4 Lightning Bolt
1 Death Spark
2 Pillage

1 Brass Man
1 Walking Wall
1 Lodestone Bauble
1 Black Vise

3 Mishra's Factory
2 Thawing Glaciers
4 Strip Mine
2 Dwarven Ruins
15 Mountain

Sideboard
2 Meekstone
1 Serrated Arrows
1 Tormod's Crypt
2 Winter Orb
1 Zuran Orb
4 Manabarbs
2 Pillage
2 Anarchy

Arthur machte viele Analysen fürs Metagame, die ich hier nicht alle aufzählen möchte aber was hervorsticht ist dass er immer die Manabarbs aus dem Sideboard holte und immer die Schlüsselkreaturen des Gegner´s mit einem von den bis zu 16 Wegen eines Slighs eine Kreatur zu removen wegfegte. Aber auch er war von dem Sideboard-Wunder das auch Paul genutzt hatte überzeugt, in einem seiner Berichte schrieb er: °oft fragten mich Leute "wie werd ich mit dem und dem fertig" ich sagte ihnen einfach, spiel Manabarbs°.

Im Oktober '96 kam dann der Hammer: Strip Mine wurde restricted. Ein letztes Mal schaffte es noch ein Deck namens Denver-Sligh dass bereits Ball Lightning´s und Mishra´s Ankh spielte in die Top8 eines größeren Turnieres aber dann wurde es erstmal ruhig um die Feuerzauberer der Magicszene.

.......bis zum Release von Tempest ein Jahr später

Ben Rubin schaffte es erneut mit dem Deck, dass 96 schon alle Leute verlachten weil es Kreaturen wie die Ironclaw Orcs spielte der Magicszene zu zeigen dass es NICHT peinlich war von Orcs und Goblins totgehauen zu werden. Seine Deckliste sah zu den Weltmeisterschaften 97 bei denen er den 2. Platz belegte wie folgt aus:

4x Ball Lightning
2x Goblin Vandal
4x Ironclaw Orcs
4x Jackal Pup
4x Mogg Fanatic
2x Mogg Flunkies
1x Viashino Sandstalker

4x Cursed Scroll
4x Fireblast
2x Hammer of Bogardan
4x Incinerate
4x Shock

17x Mountain
4x Wasteland

Sideboard
3x Bottle Gnomes
2x Dwarven Miner
2x Dwarven Thaumaturgist
1x Final Fortune
1x Firestorm
4x Pyroblast
2x Shattering Pulse

Rubin verarbeitete in diesem Deck alle schönen Dinge die Tempest ihm geschenkt hatte, für ihn als Slighspieler war mit dieser Edition ein Traum in Erfüllung gegangen. Er spielte die neuen Jackal Pup´s die er selber als "Shock auf Pfoten" bezeichnete, Ball Lightning der zwar im Denver Sligh seinen Slot fand - aber aufgrund der (für ein Sligh) hohen Manakosten nie mehr als 1-2 Plätze belegte und die unbestrittenste rote Wheeniekreatur jener Zeit: Mogg Fanatic, er hatte sogar in Form der Wastelands Ersatz für die Strip Mine gefunden.Einen absoluter Killer in diesem Deck waren die 4 Fireblast (die durch ihre alternativen Manakosten ein sehr schöner Finisher waren) und die 4 Cursed Scrolls die in diesem Deck - da man eh nie mehr als 1-2 Karten auf der Hand hatte einfach 2 Artefaktschaden fuer 3 Mana waren - eine sehr starke Weiterentwicklung des Brass Man.
Das Deck hatte es mittlerweile nötig für´s Mirrormatch zu boarden was man durch die Bottle Gnomes und die Final Fortune sehr gut erkennen kann.Sligh war also von dem totalen Underdog und verlachten Budget-Deck zu einem der anerkannten Top-deck´s geworden.

Was geschah dann?

Nun, irgendwann geschah dem Deck was jedem Typ2 Deck blüht, und als Mirage rauscyclete wurde es unmoeglich Sligh in dieser Form weiter zu spielen.
Doch gestorben ist das Deck nicht, Die Mischung aus Manadenieal, Burn und roten Wheeniekreaturen brachte es in veränderter Form zu Zeiten von Urzas Legacy zurrück.
Der Name des Decks: Ponza

Mark le Pine drang mit diesem Deck, dass dem Sligh sehr sehr ähnlich war bis ins Finale der WM 1999 vor

4x Avalanche Riders
3x Fireslinger
4x Jackal Pup
4x Mogg Fanatic

2x Arc Lightning
4x Cursed Scroll
3x Hammer of Bogardan
4x Pillage
4x Shock
4x Stone Rain

2x Ancient Tomb
2x Ghitu Encampment
16x Mountain
4x Wasteland

Sideboard
1x Arc Lightning
1x Fireslinger
1x Flowstone Flood
2x Masticore
4x Scald
2x Shattering Pulse
4x Thran Foundry

Wie man durch den Vergleich der beiden Decklisten feststellt war Ponza (welches übrigens auch nach seinem "Erfinder" benannt wurde) also ein Sligh, dass mehr Wert auf Landdestruction legt.Doch leider war nach erscheinen der Legacy Tempest schon wieder rausgecyclet und ohne Shock, Cursed Scroll, Wasteland, Jackal Pup´s und Mogg Fanatic´s war das Deck unspielbar geworden. Es gab eine zweite Ponza Version die aber nurnoch wenig mit Sligh dafür sehr viel mit LD zu tun hatte, doch Sligh war aus der Turnierszene entfernt worden.

Doch kann Paul Sligh nicht stolz sein, dass noch heute jeder Magic-Spieler weiß was ein Sligh-Deck ist?!
Auch heute wird noch im Typ2 recht erfolgreich Ponza gespielt.
Auch noch heute gehört Sligh im Typ1 zu den Decks die in einem starken Control-Meta durch ihre extreme Geschwindigkeit und ihren geringen Manabedarf sehr gute Chancen haben.Ein typisches T1 Sligh dieser Tage sieht dann so aus:

4 Jackal Pup
4 Mogg Fanatic
2 Grim Lavamancer
3 Slith Firewalker
4 Gorilla-Shaman

4x Lightning Bolt
4x Chain Lightning
4x Price of Progress

4x Mishra's Ankh
3x Cursed Scroll
1x Fork

1x Mox Ruby
1x Strip Mine
4x Wasteland
16x Mountain

Sideboard
4x Pyroblast
4x Tormod's Crypt
3x Rack and Ruin
4x Incinerate

Die Incinerate´s gegen die Price of Progress boarden sollte der Gegner keine Nonbasic Lands spielen - was aber selten der Fall ist im aktuellen T1 Meta. Auch mit diesem Deck hat man im heutigen T1 Turnierbetrieb noch Chancen - zwar spricht kein Mensch mehr von den Ironclaw Ogres und dem Brass Man aber Paul Sligh und Jay Schneider schufen vor 8 Jahren ein Deck für die Ewigkeit.

Geschrieben von kaoZ



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