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Extreme-Decktesting - Part II

Im Folgenden findet ihr wieder eine Auflistung verschiedener Decks, die ich im Moment zusammengeworfen habe. Es sind stattliche sieben Stück geworden. Viele Karten sind natürlich nur geproxed, aber in der Basis unterscheiden sich die Decks doch alle grundlegend.

Control Slaver

4 Goblin Welder
4 Mana Drain
4 Force of Will
4 Thirst for Knowledge
3 Brainstorm
3 Fire/Ice
2 Cunning Wish
2 Mindslaver
1 Platinum Angel
1 Pentavus
1 Memory Jar
1 Demonic Tutor
1 Time Walk
1 Tinker
1 Yawgmoth's Will
1 Ancestral Recall

1 Mana Crypt
1 Mana Vault
1 Mox Sapphire
1 Mox Emerald
1 Mox Ruby
1 Mox Pearl
1 Mox Jet
1 Sol Ring
1 Black Lotus
1 Library of Alexandria
2 Underground Sea
4 Flooded Strand
4 Volcanic Island
6 Island

Wishbare sideboard-targets
4 Red Elemental Blast
3 Rack and Ruin
2 Blue Elemental Blast
1 Echoing Truth
1 Shattering Pulse
1 Fire/Ice
1 Fact or Fiction

Dieses Deck ist momentan weltweit sehr erfolgreich. Die Basis ist ein ganz normales U/r-Control, noch gesplashed mit Schwarz für die Demonic Tutor und den übermächtigen Yawgmoth´s Will. Hinzu kommt die engine für eine effiziente Nutzung des Mindslavers. Sinn der Sache ist z.B. 1st Turn Volcanic, Goblin Welder 2nd Turn Land, Mox, Thirst for Knowledge, discard Mindslaver 3rd Turn Land, zieh Mana aus Mox, tausch Mox mit Slaver im graveyard, zünde Slaver mit 4 Mana. Das wäre ein sehr schnelles Zünden. Man muss gar nicht so aggressive den Slaver suchen, denn das Deck ist ja control und gewinnt irgendwann eh in einem Zug. Meist hat man einen riesen Will-Turn, in welchem man alles auf einmal macht (Welder raus, Slaver rein, Time Walk usw.). MVP in dem Deck ist Tinker, mit dem man sich auch früh einen Memory Jar oder den Platinum Angel holen kann. Mit Hilfe des Pentavus ist ein unendliches Slavern möglich, da der Pentavus selbst noch mal Artefakte produziert, indem man fünf Token in´s Spiel bringt.

Oshava Stompy

4 Survival of the Fittest
4 Bazzar of Baghdad
4 Squee, Goblin Nabob
4 Basking Rootwalla
4 Wild Mongrel
4 Arrogant Wurm
3 Troll Ascetic
3 Null Rod
3 Oxidize
2 Viridian Zealot

1 Strip Mine
1 Black Lotus
1 Mox Emerald
1 Sol Ring
4 Elvish Spirit Guide
4 Wasteland
12 Forest

Ein schnelles, aggressives mono-grünes Stompy-Deck, welches vorwiegend auf die Madness-Engine baut. Der riesen Vorteil ist die stabile Mana-Basis. Nicht Wasteland-anfällig und außerdem erlauben uns die vielen Forest mit Karten wie Troll Ascetic und Viridian Zealot zu spielen, welche ja sehr grün-lastige Mana- und Utilitykosten haben. Als Disruption und Solutions befinden sich main zwei Zealots, drei Null Rod, drei Oxidize, fünf Strips. Das creature-battle sollte man dank Hunden, Würmern und Survival immer beherrschen. Im Sideboard befinden sich noch die nervigen Root Maze gegen Control- und Combo-Decks. Man kann sie auch main spielen.

Mono-Braun Lock

4 Chalice of the Void
4 Karn, Silver Golem
4 Smokestack
4 Sphere of Resistance
3 Trinisphere
3 Masticore
2 Nevinyrral's Disk

1 Sol Ring
1 Mox Jet
1 Mox Emerald
1 Mox Pearl
1 Mox Ruby
1 Mox Sapphire
1 Strip Mine
1 Tolarian Academy
4 Petrified Field
4 Rishadan Port
4 Wasteland
4 Deserted Tempel
4 Dustbowl
4 Mishra's Factory
4 Mishra's Workshop

Meiner Meinung nach das (für den Gegner) schlimmste Lock-Deck, welches es gibt. Combo-Decks werden mit Sphere of Resistance, Trinisphere und Chalice of the Void beherrscht. Gegen Control-Decks á la Keeper ist die ganze Land Destruction-Engine in Kombination mit Smokestack gedacht und Aggro-Decks sollen Disks, Karn und Masticore zu schaffen machen. Wobei Aggro schon das schlechteste Matchup von diesem Deck ist. Die Mana-Basis ist komplett nicht-farbig, was uns erlaubt „exotische“ Länder wie Deserted Temple, Rishadan Port und Dust Bowl im Überfluss zu spielen. Ein vier- bis fünf-Farben-Keeper wird dagegen ganz schön zu kämpfen haben.
Großer Nachteil des Decks ist das Sideboard. Es gibt nur sehr wenige wirklich sinnvolle farblos Sideboard-Karten. Vor allen Dingen gegen Aggro sieht es da weiterhin mau aus.

R/G Beatdown

4 Naturalize
4 River Boa
4 Kird Ape
4 Lightning Bolt
3 Gorilla Shaman
3 Grim Lavamancer
3 Incinerate
3 Cursed Scroll
2 Blurred Mongoose
2 Chain Lightning
1 Troll Ascetic
1 Wheel of Fortune

1 Strip Mine
1 Mox Ruby
1 Mox Emerald
1 Black Lotus
3 Mountain
3 Forest
4 Wooded Foothills
4 Taiga
4 Treetop Village
4 Wasteland

Ziemlich einfaches Konzept: kleine, nützliche creatures raus und attackieren. Parallel dazu den Gegner und/oder seine creatures mit Burn und Scroll vernichten. Fünf Strip-Effekte gehören genauso wie 4 Naturalize zum Repertoire.

Control Dragon

4 Bazaar of Baghdad
4 Squee, Goblin Nabob
4 Force of Will
4 Animate Dead
3 Necromancy
3 Stifle
3 Xantid Swarm
3 Worldgorger Dragon
2 Cunning Wish
2 Deep Analysis
2 Intuition
1 Ambassador Laquatus
1 Ancestral Recall
1 Vampiric Tutor
1 Mystical Tutor
1 Time Walk
1 Crop Rotation
1 Demonic Tutor
1 Entomb

1 Black Lotus
1 Mana Crypt
1 Mox Emerald
1 Mox Jet
1 Mox Sapphire
1 Sol Ring
1 Island
1 Swamp
1 Tropical Island
2 Bayou
4 Underground Sea
4 Polluted Delta

wishbare sideboard-targets
2 Teferi's Response
1 Blue Elemental Blast
1 Chain of Vapor
1 Coffin Purge
1 Hurkyl's Recall
1 Naturalize
1 Stroke of Genius

Diese Variante des Dragon hat sich dem heutigen Metagame angepasst. Da Dragon in seiner Ursprungszeit sofort massiv gehatet wurde, konnte man nicht einfach nur noch straight auf Combo in der zweiten Runde spielen, sondern man sollte sich mehr Zeit lassen und den Kill in mehreren Zügen in Ruhe vorbereiten. Dazu dienen z.B. Stifle, die gegnerische Wastelands unterbinden sollen, sowie Xantid Swarms, die gegnerische Counter-Sprüche und Swords, Naturalizes etc. vermeiden. Als klassische Control-Sprüche sind auch Deep Analysis und Cunning Wish mit von der Partie, welche das Deck flexibel gestalten.

Belcher Combo

4 Goblin Charbelcher
3 Goblin Welder
2 Brainstorm
2 Living Wish
1 Demonic Consultation
1 Demonic Tutor
1 Necropotence
1 Spoils of the Vault
1 Tendrils of Agony
1 Vampiric Tutor
1 Yawgmoth's Will
1 Ancestral Recall
1 Wheel of Fortune
1 Timetwister
1 Tinker
1 Windfall
1 Memory Jar

1 Bayou
1 Tropical Island
1 Black Lotus
1 Mox Emerald
1 Mox Jet
1 Mox Pearl
1 Mox Ruby
1 Mox Sapphire
1 Sol Ring
1 Grim Monolith
1 Lion's Eye Diamond
1 Lotus Petal
1 Mana Crypt
1 Mana Vault
1 Chrome Mox
1 Channel
4 Elvish Spirit Guide
4 Land Grant
4 Dark Ritual
4 Tinder Wall
4 Chromatic Sphere

Wishbare sideboard-targets
1 Boneshredder
1 Elvish Lyrist
1 Gemstone Mine
1 Goblin Welder
1 Mishra's Workshop
1 Scavanger Folk
1 Tolarian Academy
1 Uktabi Orangutan

Das abgefahrenste Deck, welches mir in meiner T1-Laufbahn bisher untergekommen ist. Ein Combo-Deck welches weder auf mehrere Komponenten angewiesen ist (siehe Dragon), noch 10+ Sprüche in einem Zug sprechen muss (siehe Ex-Long, TPS, Draw7.dec). Es muss lediglich einen Goblin Charbelcher in´s Spiel bringen und ihn (meist nur) einmal nutzen. Es ist also „nur“ viel, viel Mana nötig. Obwohl nur zwei Länder mit von der Partie sind (garantiert den gegnerischen Tot nach einmaligen Nutzens des Belchers), hat das Deck mal lockere 36 Manaquellen. Der Rest ist alles an Search und Draw, was das Spiel so hergibt. Es ist erstaunlich auf wie viele verschiedene Weisen, das Deck sein Mana zusammenbekommt. Entweder hat man gleich sieben Mana und spielt den Belcher und nutzt ihn sofort oder man spielt ihn erst für vier und nutzt ihn den Zug darauf für drei. Erstere Variante ist natürlich die schnellere aber manchmal auch unsichere. 1st Turn Kills sind regelmäßig an der Tagesordnung. Ein oder am besten gleich zwei Land Grant sind der Garant zum Erfolg. Mögliche Kills (immer vorausgesetzt, dass natürlich kein Land beim Nutzen des Belchers umgedreht wird):

1st Turn Kills
  • Land Grant auf Bayou -> Ritual -> Ritual -> Ritual -> Belcher, benutz Belcher
  • Land Grant auf Land, Lotus, Mox -> Mana Vault -> Belcher, benutz Belcher
  • Mox, Mox -> Sol Ring, ESG -> Tinder Wall, Mana Crypt -> Belcher, benutz Belcher
2nd Turn Kill
  • ESG -> Tinder Wall, Mox -> Chromatic Sphere, Opfer Wall -> Sol Ring + wandel r ind b mit Sphere um -> Ritual + tapp Sol Ring -> Belcher (ein Mana Burn). Next Turn tapp Mox und Sol Ring, benutz Belcher

Häufig macht man auch in dem ersten Zug gar nichts bezüglich Belcher, sondern spielt nur ein oder auch zwei Draw7-Sprüche und sucht nach mehr Mana, um dann 2nd Turn gleich sieben auf dem Tisch liegen zu haben. Weitere Möglichkeit bietet der Goblin Welder, der einen gecounterten, discardeten Belcher zurück in´s Spiel holen kann. Living Wish holt einerseits Antworten wie Scavenger Folk, Uktabi OrangUtan, Elvish Lyrist und Bone Shredder, andererseits Beschleunigungsmaßnahmen wie Tolarian Academy oder Mishra´s Workshop.
Karten, die das Deck komplett lahmlegen sind in erster Linie Trinisphere, Sphere of Resistance und Null Rod.

Suicide-Black

4x Duress
4x Dark Ritual
4x Sinkhole
4x Nantuko Shade
4x Hypnotic Specter
4x Hymn to Tourach
3x Phyrexian Negator
3x Null Rod
3x Withered Wretch
2x Diabolic Edict
1x Demonic Tutor
1x Necropotence
1x Yawgmoth´s Will

1x Strip Mine
4x Wasteland
17x Swamps

Nicht viel Erklärung nötig: In den ersten Turns den Gegner mit Strips, Sinkhole, Duress, Hymn und Null Rod stören und dann die dicken Viecher Shade und Negator legen. Ein 1st Turn Hyppie macht sich auch immer sehr gut.

Meine Erwartungen sahen Control Slaver vorne. Möglicherweise nur eine Niederlage gegen das Belcher-Deck, da das Testen im Vorwege schon ein klares 50:50 der beiden Decks aufzeigte. Auf Platz 2 sah ich klar das Belcher-Deck, welches wahrscheinlich eine Niederlage gegen das Artefakt-Deck einstecken müsste und eben evtl. gegen Slaver. Auf den weiteren Plätzen sah ich keine Tendenz. Dragon und Oshava eher noch weiter oben als R/G, Mono-Braun und Suicide.


Die Ergebnisse sahen nun wie folgt aus:

Belcher Combo Control Slaver Suicide Black Control Dragon R/G Beatdown Mono-Braun Lock Oshava Stompy
Belcher Combo X 2:3 4:1 5:0 2:3 1:4 3:2
Control Slaver 3:2 X 5:0 3:2 5:0 4:1 3:2
Suicide Black 1:4 0:5 X 2:3 0:5 2:3 1:4
Control Dragon 0:5 2:3 3:2 X 5:0 3:2 5:0
R/G Beatdown 3:2 0:5 5:0 0:5 X 3:2 0:5
Mono-Braun Lock 4:1 1:4 3:2 2:3 2:3 X 2:3
Oshava Stompy 2:3 2:3 4:1 0:5 5:0 3:2 X


Daraus ergab sich eine Endtabelle:

Pl. Deck Matches Spiele
1. Control Slaver 6:0 23:7
2. Control Dragon 4:2 18:12
3. Belcher Combo 3:3 17:13
4. Oshava Stompy 3:3 16:14
5. R/G Beatdown 3:3 11:19
6. Mono-Braun Lock 2:4 14:16
7. Suicide Black 0:6 6:24


Das waren doch einige Überraschungen.
Control Slaver war souverän vorne, wobei das Match gegen Belcher auch 2:3 ausgehen hätte können. Im fünften Match hat sich Slaver mit Hilfe von 4(!) Mana Drain und 4(!) Force of Will letztendlich durchgesetzt, als alle Charbelcher gecountert waren.

Belcher steckte die erwartete Niederlage gegenüber Massen von Spheren ein. Dagegen war die Niederlage gegen R/G völlig überflüssig. Wenn man da noch fünf weitere Spiele spielen würde, gäb´s sicherlich auch ein 5:0 für Belcher. Einfach schlecht gezogen. Belcher hätte 4:2 oder 5:1 abschneiden müssen.

Suicide Black hat unerwartet nicht ein Spiel gewonnen. Wenigstens gegen Mono-Braun hatte ich einen Sieg erwartet und gegen Dragon sollte auch immer was machbar sein.

Das Dragon hat sich in seiner weniger aggressiven Variante sehr gut gemacht. Ich habe selten in den ersten 3 Runden gekillt. Meist sogar ein bis zwei Deep Analysis geflashbackt, bevor es abging.

R/G ist unter den Beatdown-Decks eine sehr solide Wahl. Kann immer schnell killen, hat main massig Antworten auf alles und das Sideboard kann auch einiges.

Mono-Braun hat eher schlecht abgeschnitten, weil in dem Test immerhin drei Aggro-Decks dabei waren. Ich hatte trotzdem einen Sieg gegen Dragon erwartet. Die Niederlagen waren aber fast alle sehr knapp.

Und Oshava Stompy hat alle Erwartungen erfüllt. Dank Survival ist es (neben more-Colour-Madness) das stärkste Aggro-Deck, welches es gibt. Im Sideboard hat es dann auch noch einige Waffen gegen die Combo-Decks.

Ich hab nebenbei noch eine Statistik zum interessanten Belcher-Deck geführt, in welcher Runde das Deck gekillt hat, bzw. warum es die Spiele verloren hat.


Belcher against:

Win




(Round) 1st 2nd 3rd later
Slaver



II
Sui I I I I
Dragon I IIII


R/G I I


Braun



I
Oshava I

II
% 23 35 17 23


Lost
Slaver 2x geslavert und Demonic Consultation auf Quatsch gesagt, 1x 4 Drain und 4 FoW
Sui 1x Null Rod
Dragon /
R/G 1x Mulligan auf 4, 1x Shaman und Wastelands, 1x Naturalize auf Belcher 1st Turn
Braun 2x Sphere of Resistance + Trinisphere, 1x Doppel SoR, 1x Trinisphere
Oshava 2x Null Rod


Die Statistik zeigt, dass knapp 60% aller gewonnen Spiele in den ersten beiden Runden entschieden waren. Absolute Hate-Karten sind eben Null Rod, Sphere of Resistance und Trinisphere. Chalice ist sicher auch nicht nett, kann man aber drum herum spielen.
Bewerkenswerte Aktionen waren innerhalb der gewonnenen Spiele, dass das Deck 2x durch Tendrils gewonnen hat, einmal dritte Runde, einmal später. Gegen Oshava hat es dritte Runde getötet, nachdem ein Null Rod mit Scavenger Folg abgeschafft wurde. Einmal hat es 1st Turn gekillt nach Mulligan auf 6 und einmal hatte ich den God-Draw und konnte entweder 1st Turn durch Belcher oder durch Tendrils für 19 Sprüche gewinnen. Das ist aber eher selten.

Da das Testen wieder ohne Sideboarden von statten gegangen ist, muss man sich seinen Teil bei denken. Ich meine, dass nach dem Boarden gerade Oshava Stompy und R/G noch mal ganz groß auftrumpfen könnte, Mono-Braun und Dragon mit ihren bekanntlich eher schwachen Sideboards hingegen weniger.

Nächstes Dülmen werde ich höchstwahrscheinlich Control Slaver spielen und nicht erst wegen dieser Test-Reihe. Ich wollte auf jeden Fall Slaver spielen, entweder Control oder die Variante mit Workshops und viel Draw-7. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass die Workshop-Variante sehr Starthand-abhängig ist und schon eher wie ein Combo-Deck gespielt wird, nicht selten schon erste oder zweite Runde slavern kann, wenn es möchte. Die Control-Variante ist eben Control und kommt daher etwas langsamer aber um Welten konstanter in die Gänge.

Also, see you in Dülmen

Torben

Geschrieben von Torben



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