Nach etwas längerer Pause war es für mich mal
wieder Zeit, einen Grand Prix als Schiedsrichter zu betreuen. Ich hatte
mich seit dem GP Leipzig zwar auf fast jeden europäischen Grand Prix
beworben, doch wurde nicht genommen (kann daran gelegen haben, dass ich
immer gesagt habe, ich würde nur kommen, wenn Wizards mir Flug UND
Hotel erstattet J). Für den Grand Prix in Bilbao, Spanien, habe ich
mich auf eine „partial sponsorship“ (Flugkosten übernehme ich selber,
das Hotel bezahlt Wizards) beworben und wurde angenommen. Da ich plane,
so bald wie möglich den Level-3-Schiedsrichtertest zu absolvieren,
freute ich mich über eine weitere Möglichkeit, internationale Erfahrung
zu sammeln.
Freitag - Tag 0
Am Freitag flog ich also von Berlin über Mailand nach Bilbao und
kam dort gegen halb sechs abends an. Im Hotel (5 Sterne, „Carlton“)
traf ich schon an der Rezeption bekannte Gesichter: Justus Rönnau,
deutscher Level 3 und Head Judge für diesen Grand Prix, stand mit den
Kartenhändlern von Troll and Toad Europe dort. Zusammen mit dieser
Gruppe fuhr ich zur Location und wir halfen den Männern von Wizards
beim Aufbau. Nachdem weitere Schiedsrichter nach und nach eintrudelten,
gingen wir zusammen essen und danach recht früh zurück ins Hotel. Wenig
später traf mein Zimmergenosse ein - David Vogin, Level 4 aus Paris,
den ich bereits vom GP Paris und von den französischen
Vintage-Meisterschaften kenne. . Ich ging direkt ins Bett, denn ich
wollte vor den beiden anstrengenden Grand-Prix-Tagen etwas Schlaf
bunkern.
Samstag - Tag 1
Nach dem Frühstück, das so gut war, wie ich es von einem
5-Sterne-Hotel erwartete, ging es zur Site. Dort angekommen, half ich
bei der Anmeldung der Spieler. Am Freitagabend hatten sich schon 450
Spieler vorangemeldet, wir rechneten also insgesamt mit etwas weniger
als 800 Spielern. Die Erwartungen wurden übertroffen, insgesamt
meldeten sich am Samstagmorgen 936 Spieler für den Grand Prix an. Um
die Menge der Spieler zu bewältigen, waren drei Schiedsrichter mit
Laptops bewaffnet worden. Es war geplant, dass die Spieler zuerst an
einer zentralen Kasse ihr Eintrittsgeld bezahlen und dann zu einem der
drei Laptops gehen, um dort ihre DCI-Nummer anzugeben. Die Anmeldung
lief insgesamt etwas chaotisch und stockend ab: Es gab diverse Probleme
mit Leuten, die die falsche Anzahl von Freilosen bekommen hatten
(hauptsächlich Gewinner von Grand Prix Trials, die vergessen worden
waren). Wir baten die wartenden Spieler wiederholt darum, DCI-Nummer
und Eintrittsgeld schon in der Warteschlange bereit zu halten und nicht
erst direkt an der Kasse danach zu suchen, aber entweder die Spanier
verstanden das nicht oder ignorierten die Aufrufe - es gab reichlich
Verzögerung deswegen, insgesamt etwa eine Stunde. Auch war der
Anmeldebereich insgesamt ziemlich klein, und es war kaum möglich, von
der Kasse vernünftige Schlagen zu den einzelnen Laptops zu bilden.
Trotzdem war der Ansturm der Spieler irgendwann bewältigt, und
Justus konnte mit allen Schiedsrichtern eine kurze Einweisung machen.
Schon vorher war entschieden worden, dass wegen der großen Anzahl der
Spieler der Grand Prix in zwei kleinere Turniere aufgeteilt werden
sollte (ein mittlerweile bei europäischen Grand Prixs übliches
Vorgehen), um mehr Übersichtlichkeit zu schaffen - zwei kleinere
Turniere sind einfacher zu überwachen als ein großes. Wobei natürlich
die Frage aufkommt, ob ein Turnier mit >450 Spielern „klein“ genannt
werden sollte…
Ich wurde ins „Team Deck Check“ für den „blauen“ Grand Prix
eingeteilt (blau, weil die Spieler in dieser Hälfte des Turniers auf
blauen Tischdecken spielten). Die Aufgabe für den Tag würde also sein,
in den ersten beiden Runden alle Spielerlisten zu zählen, etwaige
Fehler zu finden und zu prüfen, ob alle Listen vorhanden waren und
dann, in den folgenden Runden, jeweils vier zufällig gewählte Tische
(also acht Decks) zu überprüfen.
Bevor wir aber damit anfangen konnten, die Decklisten von allen
Spielern einzusammeln, galt es, diversen Spielern zu helfen, die ihren
Namen nicht auf den Seating-Listen gefunden hatten. Die meisten hatten
allerdings nur eine Seating-Liste überprüft und dabei nicht bedacht,
dass es zwei gab - eine für jedes Turnier. Viele fanden sich also beim
zweiten Blick auf der anderen Liste. Als größeres Problem stellte sich
heraus, dass die spanischen Spieler fast alle mehrere Vor- und
Nachnamen haben und viele sich nicht unter dem Namen auf der Liste
fanden, den sie als ihren Nachnamen ansahen. Auch hier klärten sich
fast alle Probleme, nachdem wir die Spieler baten, unter allen Namen
auf beiden Listen zu schauen. Eine Viertelstunde später hatten alle
Spieler ihr Turnier und ihren Platz gefunden, und Justus konnte seine
einführende Ansprache halten.
Nachdem wir die Listen von allen Spielern eingesammelt hatten,
ging das Grosse Zählen ™ los. 9XX Listen mussten alphabetisch sortiert
und geprüft werden, und wieder waren die spanischen Namen für uns eine
Hürde: Die Namen auf der Spielerliste und die Namen auf den Decklisten
waren nicht immer in der gleichen Reihenfolge (warum können die Spanier
nicht einfach jeder nur einen Nach- und einen Vornamen haben? Wer
braucht Namen wie Xulio Breogán Gómez Fernández-Bastos, bei denen nicht
einmal klar ist, wo der Vorname aufhört und der Nachname anfängt???)
Das Zählen dauerte bis in die zweite Runde, und hätte meiner
Meinung nach durch ein anderes Sortiersystem vereinfacht werden können:
Unser Team Leader, Jean-Baptiste Mathieu aus Frankreich (L2) meinte,
zuerst sollte einer von uns anhand einer kompletten Spielerliste
prüfen, welche Liste wir haben und welche fehlen. Dann sollten die
Listen an sich auf Legalität geprüft und dann alphabetisch sortiert
werden. Da die Listen aber schon alphabetisch sortiert von den Tischen
kamen (die Spieler hatten alphabetisch sortiert an den Tischen
gesessen), dann durch die Überprüfungen wieder durcheinander gebracht
und dann erneut sortiert wurden, machten wir uns meiner Meinung nach
mehr Arbeit als nötig. Es wäre einfacher gewesen, zuerst die Listen zu
prüfen, dann zu sortieren und dann Vollständigkeit festzustellen. Auch
bin ich ein Fan davon, die Listen nicht nach Namen, sondern nach
Spielernummer zu sortieren, denn bei ungefähr 14 Spielern mit
„Rodriguez“ als Nachnamen dauert eine Sortierung sehr lange und hilft
nicht wirklich dabei, eine bestimmte Liste später schnell
wiederzufinden. Ich sprach mit Jean-Baptiste, aber er blieb bei seinem
System, was ich ihm nicht verübeln kann.
Natürlich fanden wir wieder Spieler, die nur 59 Karten im
Mainboard registriert hatten, oder 16 Sideboardkarten oder, oder, oder.
Wir vergaben ebenfalls Strafen an Spieler, die ihre komplette Deckliste
in Spanisch geschrieben hatten (Auf internationalen Turnieren wie Grand
Prixs sollte man immer nur englische Namen verwenden, damit die
nicht-einheimischen Schiedsrichter ebenfalls was mit der Deckliste
anfangen können. Immerhin waren bei diesem Grand Prix 12 von 34
Schiedsrichtern nicht aus Portugal oder Spanien).
In Runde drei konnten wir dann zu unserer eigentlichen Aufgabe
kommen, den Deckchecks. Jeweils zwei Schiedsrichter nehmen sich dafür
einen Tisch vor: einer sucht die Decklisten aus dem großen Stapel, der
andere stoppt die Spieler (Idealerweise, nachdem sie gemischt haben,
aber bevor der jeweilige Gegner das Deck noch mal abgehoben hat), und
dann überprüfen beide Schiedsrichter je ein Deck auf Inhalt, auf
Markierungen der Hüllen und auf „randomization“, also ob der Spieler
das Deck vernünftig gemischt oder eventuell in irgendeiner Weise
sortiert hat.
Nach den Deckchecks ist es Aufgabe der Schiedsrichter aus diesem
Team, zwischen den Tischreihen darauf zu warten, dass Spieler sie wegen
Problemen an den Tisch rufen. Dieses „Floating“ macht einen großen Teil
der eigentlichen Arbeit eines jeden Schiedsrichters auf größeren
Turnieren aus, auch wenn die meisten Rufe nach Schiedsrichtern nur
deshalb kommen, weil die Spieler ihre Ergebniszettel abgeben wollen.
Fragen, die ich während der dritten Runde bekam:
F: Kann ich darauf reagieren, dass ein Spieler zwei Schaden von einem Temple Garden nehmen will?
A: Nein. Die Ravnica-Doppelländer haben keine ausgelöste Fähigkeit,
auf die man reagieren kann. Die Fähigkeit dieser Länder ist statisch,
und die Entscheidung, Leben zu verlieren oder das Land getappt ins
Spiel zu bringen, geht nicht über den Stapel.
F: Kann ein Ornithopter mit drei +1/+1-Marken angreifen, wenn der Gegner eine Lebendige Brücke und nur zwei Handkarten hat?
A: Nein. Die Lebendige Brücke kümmert sich nur um die aktuelle
Stärke (3), nicht um den Wert, der auf der Kreatur gedruckt steht (0).
Vor Runde vier kam Justus auf mich zu und gab mir eine neue Aufgabe: Ich sollte für heute Head Judge für die Side Events sein!
Eine interessante Aufgabe, die ich noch nie gemacht hatte. Ich ging
also zu Joery van Nevel (DCI Europe) und lies mir von ihm den DCI
Reporter Lite erklären, die Software also, mit der man mehrere kleine
KO-Turniere gleichzeitig verwalten kann.
Ich bekam einen spanischen Schiedsrichter, Carlos Enrique Tomillo
Duran (wieder so ein Name *g*), an die Seite, und zu Beginn von Runde 5
starteten wir die ersten Booster Drafts. Die Turniere an sich laufen
weitgehend selbständig: die Leute tragen sich in eine Liste ein, wenn 8
Spieler zusammen sind, wird das Geld eingesammelt und ein
Schiedsrichter sucht einen Tisch für die Spieler, gibt ihnen das
Produkt und den Zettel mit den Paarungen. Die Spieler tragen die
Ergebnisse der KO-Runden ein und kommen wieder, wenn das Finale zu Ende
ist, um ihre Boosterpreise zu bekommen. Das Ganze wurde für mich nur
etwas erschwert, weil ich kaum ein Wort Spanisch spreche und die ganzen
Fragen, die mir die Spieler stellten, nur auf englisch beantworten
konnte. Deshalb war ich froh, dass ich Carlos dabei hatte und er Fragen
von Spielern beantworten konnte, deren Englisch nicht gut genug war.
Carlos machte auch die Durchsagen per Mikrophon, die den Anfang eines
Turniers ankündigten. Gleich zu Beginn der Side Events hatte ich einen
Warnhinweis ausgedruckt mit der Aufschrift „ ¡no hablo enspañol!“. Den
hängte ich an der Anmeldestation auf, und dort sorgte er für reichlich
Erheiterung unter den Spielern.
Je später es wurde, desto voller wurde es an der
Side-Event-Station, denn immer mehr Spieler verließen den GP. Ich
forderte Verstärkung an, als zu einem Zeitpunkt die Anmeldung für 8
Drafts gleichzeitig lief, aber insgesamt war es ein ruhiger Tag und ich
hatte reichlich Gelegenheit, mich mit Joery und Carlos zu unterhalten.
Einer der interessantesten Aspekte von internationalen Turnieren ist
der Kontakt mit Schiedsrichtern aus anderen Ländern: Man lernt neue
Perspektiven und Philosophien kennen, hört über die Situation von Magic
in anderen Teilen der Welt etc. Mit Joery habe ich mich ausgiebig über
meine Möglichkeiten unterhalten, den L3-Test zu machen, und ich bekam
sehr positives Feedback von ihm. Er meinte, dass auch Gis Hogendijk, L5
aus den Niederlanden, wohl der Meinung sei, ich habe das Zeug dazu.
Zusammen mit dem Vertrauen, dass sie in mich setzten und mir die Side
Events überließen, beendete ich diesen ersten Tag äußerst zufrieden.
Als ich dann erfuhr, dass ich am Sonntag nicht in den Side Events,
sondern im GP selber als Schiedsrichter arbeiten sollte, war ich sogar
noch mehr erfreut. Side Events sind zwar eine interessante Aufgabe, und
besonders die Erfahrung, so viele Events gleichzeitig unter Kontrolle
halten zu müssen, ist fordernd, aber eigentlich fährt man natürlich auf
einen Grand Prix, um auch beim „wichtigen“ Turnier dabei zu sein.
Nachdem gegen halb zwölf die letzte Runde des GPs vorbei war,
verließ ich zusammen mit Justus und Christian Gawrilowicz die Location
und wir (die drei einzigen deutschsprachigen Schiedsrichter in Bilbao)
machten uns auf den Weg, noch ein Abschlussbier in der Hotelbar zu
trinken. Die hatte natürlich schon geschlossen. Der Versuch, eine
gemütliche Bar in der Nähe des Hotels zu finden, schlug ebenfalls fehl,
und so landeten wir wieder im Hotel und uns wurde gesagt, dass wir Bier
per Zimmerservice bestellen können. Das müssten wir dann allerdings vom
Zimmer aus tun. Justus ging also auf sein Zimmer, bestellte drei Bier,
und brachte die zurück in die Hotellobby. Das fand der Mann an der
Rezeption allerdings überhaupt nicht lustig und erklärte uns, dass wir
unser Bier nicht in der Lobby, sondern nur auf den Zimmern trinken
dürften. W000t!!! So eine alberne Anweisung hatten wir von einem
5-Sterne-Hotel nicht gerade erwartet, ignorierten sie geflissentlich
und tranken unser Bier trotzdem in einer der Sitzgruppen, außerhalb der
Sichtweite der Rezeption. Um halb zwei ging ich ins Bett.
Sonntag - Tag 2
Für den zweiten Tag war ich wiederum im Team Deckchecks eingesetzt.
Zuerst hatten wir damit zu tun, aus beiden Turnieren vom Vortag die
Listen der noch verbliebenen Spieler zusammenzusuchen. Hierbei kam es
zu einigen Verzögerungen, weil der neue Team Leader zwar eine Liste
aller 128 Spieler des zweiten Tages besorgt hatte, aber wir nicht
wussten, welche Spieler am Vortag in welcher Hälfte des GPs gespielt
hatten. So mussten wir also jede Liste in zwei Stapeln suchen, was
recht umständlich war. Erst als ich darauf hinwies, dass es eventuell
einfacher wäre, aus jeder Hälfte vom Vortag eine Liste der Top64 zu
besorgen und anhand dieser zwei Listen die Decklisten zu suchen, kamen
wir etwas schneller voran. Ich war in diesem Team derjenige, der bisher
die meisten Grand Prixs betreut hatte, und es schien, dass mein Team
Leader über meine Vorschläge recht dankbar war. In der zweiten Runde
konnten wir damit anfangen, Deckchecks zu machen.
Bei einem dieser Deckchecks entdeckte mein Partner ein
ungewöhnliches Muster: Das Deck von Spieler A war ganz hervorragend
gemischt - er hatte es geschafft, dass im Deck nie zwei Länder direkt
beieinander waren, immer nur ein Land, dann ein bis drei Spells, ein
Land, ein bis drei Spells und so weiter. Zufall? Daran glaubten wir
nicht. Nach kurzer Rücksprache mit Justus nahmen wir Spieler B, den
Gegner von Spieler A, unter dem Vorwand beiseite, dass etwas mit dessen
Deckliste nicht in Ordnung war (damit A keinen Verdacht schöpfen
könnte, dass es sich um ein Problem mit ihm selbst handelte) und
befragten ihn, ob er zugeschaut hatte, wir A gemischt hat. B konnte
sich erinnern, von A nur Pile Shuffles gesehen zu haben, war sich aber
nicht ganz sicher. Wir entschieden, erst einmal nichts zu tun und A
weiter zu beobachten. B wurde von uns instruiert, im folgenden Match
das Deck von A nie zu mischen oder abzuheben, und ich positionierte
mich hinter A, um zu gucken, in welcher Reihenfolge er Länder und
Spells zog. Wir gaben A sein Deck zurück, ohne es zu mischen (es war
also immer noch „sortiert“ in Land, Spell, Spell, Land, Spell, Spell
etc.). Auch jetzt gab sich A keine Mühe, das Deck ordentlich zu
mischen, sondern teilte es nur mehrmals in zwei Stapel und legte den
unteren auf den oberen - das Muster im Deck blieb also erhalten. Im
Spiel zog er deshalb natürlich wunderbar verteilt Länder und Spells,
und nach 4 Zügen griff Justus ein und stoppte das Spiel. Beim folgenden
Interview konnte A nicht erklären, wie das Muster zustande kam oder
warum er beide Male nicht vernünftig gemischt hatte, und kurz darauf
entschied Justus nach kurzer Rücksprache mit seinem Backup-Head Judge
und mir, den Spieler zu disqualifizieren.
Am Sonntag kamen (leider) noch mehrere Situationen auf, die nicht
ganz einwandfrei zu sein schienen: Ein Spieler (C) ist gerade am
Verlieren gegen Desire, ein Brain Freeze und ne Menge Kopien liegen auf
dem Stapel, und der Desire-Spieler (D) spielt in Reaktion darauf noch
einen Cunning Wish auf Opportunity und zeigt dieses vor. C
„missverstand“ das und dachte, D habe die Opportunity gleich gespielt
und wollte vier Karten ziehen, bevor die Brain Freezes verrechnet
werden. D lies die Freezes verrechnen und tötete C dann mit der
Opportunity. Eigentlich alles ganz leicht, aber mir blieb der Verdacht,
dass C genau wusste, was D wollte, und ihn absichtlich missverstanden
hatte, um das Spiel nicht zu verlieren (Hätte er zuerst vier Karten
gezogen und dann durch Brain Freeze den Rest der Bibliothek verloren,
wäre er nicht gestorben, weil er dann in seinem Upkeep eine Krosan
Reclamation mit Flashback hätte nutzen können). Falls das ein Versuch
gewesen war, sich ein schon verlorenes Spiel noch rumzubiegen, hat C
Glück gehabt, nicht ebenfalls disqualifiziert worden zu sein…
An einem anderen Tisch, kurz vor Ende der Runde, war Spieler E
gerade fertig mit seinem Zug und sagte „go“. F, sein Gegner, untappte,
stoppte, und meinte dann „warte. In Deinem end of turn möchte ich noch
was spielen“. E rief mich und meinte, dazu sei es zu spät. Und er hatte
Recht: Ich entschied, da F schon komplett fertig war mit Untappen, sei
dies ein eindeutiges Zeichen, dass wir mittlerweile in F’s Upkeep
waren. Damit war F nicht einverstanden und argumentierte, dass er ja
noch nichts Relevantes in seinem Zug gemacht habe und damit den eot
noch nachholen könnte. Er nutze sein Recht, den Head Judge zu rufen,
aber Justus hatte die gleiche Sichtweise wie ich.
Kurz vor Ende der letzten Runde wurde ich dazu eingeteilt, das
Finale als Table Judge zu betreuen. Wow, noch ein toller Job! Ich war
zwar schon öfter table Judge gewesen, aber noch nie an einem Grand
Prix-Finale. Schade, dass das Finale dann so kurz war: Olivier Ruel
gewann mit seinem Solitary Confinement-Seismic Assault-Life from the
Loam-Deck sehr schnell gegen das Boros Deck Wins eines Spaniers, und
damit war der GP zu Ende.
Für uns Schiedsrichter blieb nach der Siegerehrung nur noch
Aufräumen, und dann fiel ich gegen Mitternacht im Hotel in
wohlverdienten Schlaf.
Insgesamt hatte ich ein tolles Wochenende mit interessanten
Aufgaben, mit interessanten Situationen und mit netten Leuten (Spieler
wie Schiedsrichter). Für mich war dieser GP ein wichtiger Schritt in
Richtung Level-3-Prüfung, die ich hoffentlich nächsten Sommer machen
kann. Ich war hocherfreut über das gute Feedback, was ich von Justus,
David Vogin und von anderen Schiedsrichtern bekommen habe und hoffe,
demnächst wieder einen Grand Prix betreuen zu können (Lille, anyone?).
Für Kritik und Feedback bezüglich dieses Artikels wäre ich Euch dankbar und hoffe, Euch hat er gefallen.
Geschrieben von the real paluschke